Konzerte & Party

Macklemore & Ryan Lewis in der O2 World

Macklemore & Ryan Lewis

„The Heist“ hat Macklemore sein Album mit Kompagnon Ryan Lewis genannt, das er im Sommer auf eigene Faust veröffentlichte. Mit einem „Gaunerstück“ also vergleicht der Rap-Shootingstar aus Seattle seinen Karrierepfad. Im Song „Jimmy Lovine“ erzählt er seinen holprigen Weg seit 2000 nach, der ihm irgendwann auch die Offerte einer Majorfirma einbrachte. Das miserable Angebot lehnte der Rapper aber ab: „Rather be a starving artist than succeed at getting fucked“, heißt es da stolz. Rückblickend steht außer Frage, wer als Sieger aus der Geschichte hervorgeht. Mit ihrem Do-it-yourself-Stil haben sich Macklemore und Produzent Lewis auch ohne die Hilfe der Konzerne fulminant durchgesetzt, ihre erste Welttour führt jetzt direkt in die größten Arenen. Das spaßige „Thrift Shop“ hat sich inzwischen zwar längst tot gespielt, doch mit etwas Abstand wieder gehört, macht das Hohelied auf die Wühltische im Oxfam-Laden wieder großen Spaß. Ähnlich infektiös und leichtherzig prägte sich „Can’t Hold Us“ ein, mit dem melodiösen „Same Love“ lieferte Macklemore zum guten Zeitpunkt eine kleine Hymne zur aktuellen Debatte um die Gleichbehandlung homosexueller Paare. Homophobie ist nicht das einzige Genre-Topos, das der 30-Jährige in seinem zugänglichen Straßen-HipHop gegen den Strich bürstet. Teils bläst ihm deshalb ein rauer Wind entgegen: Blogger dissen den Rap-Gutmenschen, Kollegen halten ihm vor, sich bei der queeren Community anzubiedern. Doch Macklemore, schon als Teenager konsequent links, dürfte solche Anwürfe belächeln. Ein Karrieresprung wie seiner bringt nun mal Neider auf den Plan.

Text: Ulrike Rechel

Macklemore & Ryan Lewis, ?O2 World, Mi 25.9., 20 Uhr, ?VVK: 32 Euro zzgl. Gebühr

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