Konzerte & Party

Madlib im Festsaal Kreuzberg

Madlib

Allgemein heißt es, dass kein Mensch mehr Geld für Tonträger ausgibt. Das interessierte Otis Jackson jr. alias Madlib aber herzlich wenig, als er vor gut zwei Jahren damit begann, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Er rief sein eigenes Label Madlib Invazion ins Leben und machte sich daran, Material für neue Alben zu sammeln, die ein Jahr lang im monatlichen Abstand erscheinen sollten. Der Zeitplan geriet etwas durcheinander, am Ende brauchte er für die Veröffentlichung von zwölf CDs plus Zugabe dann doch zwei Jahre. Mittlerweile gibt es alle dreizehn Teile der „Madlib Medicine Show“ schön verpackt in einer hübschen Box zu kaufen. Der Kalifornier hat sein Ding also tatsächlich durchgezogen. Was soll er auch sonst machen? Ständig hat der HipHop-Produzent andere Musik im Kopf, sie muss einfach raus. Mal erkundet er brasilianische, afrikanische und indische Musik, dann knöpft er sich den Jazz vor oder vertieft sich in die weitläufigen Strukturen des Progressive Rock. Was letztlich herauskommt, ist für den Soundmaler gar nicht mal so wichtig. Für ihn sind Weg und der Gedanke eines Experiments das Ziel. So eine Form von positivem Wahnsinn ist bewundernswert. Zumal Madlib es normalerweise auch nicht nötig hätte, sich auf ein anstrengendes und kostspieliges Projekt wie die Medicine Show einzulassen. Immer wieder klopfen Musiker, Manager und Mittelsmänner bei ihm an und fragen nach Beats, weil sie wissen, dass es mit Erykah Badu, De La Soul oder Mos Def schon gut geklappt hat. Auch auf das dritte Album unter dem Namen Quasimoto wartet man weiter sehnsüchtig. Dieser Mann hat glasklar das Zeug zur Legende.

Text: Thomas Weiland

Foto: ChrisWoodcock

Madlib + Freddie Gibbs + J Rocc, Festsaal Kreuzberg, Do 11.10., 21 Uhr, VVK: 28 Euro zzgl. Gebühr

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