Konzerte & Party

Madonna in der O2-World

Madonna

Sie ist nicht die Frau, von der man ohne Weiteres ein gutes Zitat erwartet. Gegenüber „Newsweek“ hat Madonna in diesem Jahr aber einmal klar und deutlich ausgesprochen, was sie von sich hält. Auf nicht gerade erschwingliche Ticketpreise angesprochen konterte sie: „Die Leute geben die ganze Zeit 300 Dollar für unsinniges Zeug aus, für Handtaschen zum Beispiel. Also arbeitet schön das ganze Jahr über, kratzt das Geld zusammen und kommt zu meiner Show. Ich bin es wert.“ Anderen Musikern würde man nach so einer Aussage die Gefolgschaft verweigern, aber Miss Ciccone darf das natürlich. Sie ist die Königin des Pop. Eine Regentin allerdings, die zunehmend den Atem der Konkurrenz im Nacken spürt. Gerade eine gewisse Frau Gaga hat sich da in letzter Zeit hervorgetan. Um diesem Affront zu begegnen, legt sich Mama richtig ins Zeug. So ungezogen wie auf dem Album „MDNA“ war sie seit ihrer erotischen Periode nicht mehr. Der Titel spielt auf ein Rauschmittel an, man stößt auf Schimpfvokabeln und Gewaltausbrüche und der Sound orientiert sich am in den USA gerade beliebten Techno-Radau. Das ist einerseits spektakulär, andererseits aber auch übertrieben. Es wäre gut, wenn der Pop, den Madonna regiert, wieder in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen rücken würde. So ein kleines „Into The Groove“ zwischendurch wäre nicht schlecht, aber dieser ewige Hit fehlt jetzt selbst in ihrem Live-Set. Er passt nicht zu der grellen, drastischen und wegen einer Drahtseilnummer auch nervenaufreibenden Veranstaltung. Es wird trotzdem eine Riesensache, da kann man sich bei Madonna in der Tat immer sicher sein.

Text: Thomas Weiland

Foto: Kevin Mazur

Madonna, O2 World, 20 Uhr, 28.6. u. 30.6., VVK: 60–200 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren