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Madonna: Rebel Heart

Madonna: Rebel HeartAuf erste Leaks vor Weihnachten reagierte sie zunächst mit dem Vorwurf der „Künstlervergewaltigung“ und dann mit der offiziellen Veröffentlichung einzelner Titel. In Frankreich sucht sie das Streitgespräch mit Marine Le Pen und dann stürzte sie auch noch wegen ihrer üppigen Garderobe bei den Brit Awards.
Da waren sie wieder, diese mit Verzweiflung gespickten PR-Manöver, mit denen Frau Ciccone von ihrer zunehmend schwächer gewordenen Musik ablenken will. Man erinnere sich an die Fehlschläge „Hard Candy“ und „MDNA“, für die sie sich hysterisch Anregungen bei unpassendem Fußvolk holte.
So ganz kann sie das noch immer nicht lassen. In „Unapologetic Bitch“ stecken Spuren typischer Vorlieben von Produzent Diplo in Form von Reggae-Beats und plärrenden Schiffshorn-Sounds. Durch „Bitch I’m Madonna“ geistern Klänge, die im Normalfall dann entstehen, wenn Spielzeuge ungeordnet Krach machen. „Who do you think you are? I’m a bad bitch“, heißt es dazu mit Unterstützung von Nicki Minaj. In „Iconic“ sind der böse Box-Champion Mike Tyson und Chance The Rapper zu hören. Am Ende wird daraus – wer hätte es gedacht – ein turbulentes Event-Tohuwabohu ohne Gehalt.
Dabei muss sich eine Madonna doch bloß auf ihre Urstärke als Popsängerin besinnen. In „Ghosttown“ stimmt die Gewichtung. Die Stimme steht im Mittelpunkt und lässt sich auch durch boomende Einschübe nach Dub-step-Art nicht in die Schranken weisen. „Joan of Arc“ beginnt vorsichtig mit Akustik-Gitarre und wird durch einen raffiniert rollenden Beat ergänzt. Die orientalische Atmosphäre in „Best Night“ oder das an Blue Öyster Cult angelehnte Gitarrenriff in „Addicted“ (beide leider nur Teil der „Super-Deluxe-Edition“ mit 25 Stücken) sorgen für Abwechslung. Es geht also, sie muss es nur wollen.

Text: Thomas Weiland

Madonna, Rebel Heart (Universal)

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