Konzerte & Party

MaerzMusik 2016

MaerzMusik 2016

Man kann es so machen wie Georg Friedrich Haas. Der österreichische Komponist erzählte jüngst einem Klassik-Internetmagazin, er sei Sadist und genieße mit seiner Frau Mollena die Vorzüge einer sado-masochistischen Liebesbeziehung. Warum brachte es Haas damit bis in die „New York Times“? Klar, weil den verkopften Konzepten der Neuen Musik hier drall Sinnliches entgegengesetzt wurde.
 „MaerzMusik“ gibt sich da vonehmer. Das digitale Universum bringe „neue Zeitformen“ hervor, sagt Festivalleiter Berno Odo Polzer. Daher müsse auch die Musik neue „Eigenzeiten“ entwickeln, „die sich der Beschleunigung, Standardisierung und Effizienzsteigerung entziehen“. Wahr gesprochen! Prompt dauert das Konzertexperiment „alif“ geschlagene fünf Stunden (Radialsystem, 18.–20.3., 19 bzw. 12 Uhr). Zwischen Mario Formentis vierstündigem „time to gather“ (Haus der Festspiele, 11.3., 20 Uhr) und dem sechsstündigen „The Long Now“ (Kraftwerk Berlin, 19./20.3., 18 Uhr) soll sich „Zeit selbst … entfalten“.
Warten wir’s ab. Ein Gegengewicht bildet der Schwerpunkt „Winterreise“: Ian Bostridge singt (15.3., 19.30 Uhr) und Sophie Rois liest (Foto, 13.3., 19 Uhr) Franz Schubert respektive Wilhelm Müller respektive Elfriede Jelinek. Das Musikthea­ter „LIEBE“ von Daniel Kötter und Hannes Seidl versteigt sich gar bis zu handfesten Emotionen (16.3., 20 Uhr). Teufelsbraten! Schön auch, dass die „Zeitfragen“, denen sich dieses Festival widmet, nächstes Jahr wieder anders beantwortet werden können.   

Text:
klk

Foto:
Maria Baranova


Verschiedene Orte
Fr 11.3. bis So 20.3., Eintritt von 10–25, erm. 8–20 Ђ (je nach Veranstaltung), www.berlinerfestspiele.de

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