Konzerte & Party

The Magic Numbers im Magnet

The Magic NumbersFragt man Romeo Stodart nach seiner Prägezeit, weiß der Songschreiber nie, wo er anfangen soll. Mit der Kindheit, als die Familie noch in Trinidad lebte und sich Romeos täglicher Soundtrack aus Beach Boys und karibischer Folklore zusammensetzte? Oder war New York wichtiger, Heimat ab 1990 und Zeit der Heldenverehrung, etwa von Dylan, Morrissey, Cobain? Für die eigene Band aber startet die Zeitrechnung in London, als sich aus zwei Geschwisterpaaren in Nachbarhäusern The Magic Numbers formierten. Mit den warm tönenden Melodien, dreistimmigen Vokalharmonien, Akustikgitarren und Handclaps ihres Debüts führte die Band 2005 den Neofolk-Boom an. Eine Welle, auf der sich Romeo und Michele Stodart (Bass), Angela Gannon (Keyboards) und Bruder Sean (Schlagzeug) kurz und stürmisch tragen ließen.
Nach einem zweiten Album und längerer Auszeit kehren die Briten auf ihrem dritten Album mit verwandelter Klanghülle zurück. „The Run­away“ entfernt sich von den schlichten Folkwurzeln, stattdessen entfalten sich subtile Texturen um Posaunen, Glockenspiel, Lap Steel, Klavier und reichlich Percussion. Bei aller Fülle schweben Ohrenschmeichler wie „The Pulse“ doch leicht über dem Boden. Einen Schub Luxus erhält der feine Retropop zudem durch die Streicher-Arrangements Robert Kirbys, einst Weggefährte Nick Drakes. Für den Altmeister sollte die Arbeit zu seinem letzten Auftrag werden; er starb vergangenen Herbst. Dem Album verleiht das eine bittersüße Note.

Text: Ulrike Rechel

The Magic Numbers, Magnet, Mo 25.10., 21 Uhr, VVK: 16,60 Euro

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