Konzerte & Party

Mando Diao

Mando Diao

Es ist kein großes Geheimnis, dass Musiker und Bands aus Skandinavien und dort speziell aus Schweden oft ein ganz besonderes Gespür für große und eingängige Gesangsmelodien haben. Selige ABBA waren ein gutes Beispiel, aber auch Bands wie Roxette oder die Cardigans setzten sich oft genug schon beim ersten Hören mit unwiderstehlichen Refrains im Ohr fest.

Jüngstes Beispiel dieser schwedischen Eingängigkeit sind Mando Diao aus Borlänge. Denn auch, wenn das Quartett seine Melodien mit durchaus härteren Klängen als die oben genannten Landsleute unterlegen und die ganz seichten Poplandschaften bisher mieden, die Hooks ihrer Songs sind auf alle Fälle radiotauglich. Und so sehr jüngstes Beispiel ist die Band um Björn Dixgard und Gustaf Norйn dann auch schon längst nicht mehr – schließlich treiben die Indiepopper, die ihrem Aussehen nach auch aus irgendeinem britischen Hafenviertel stammen könnten, bereits seit Anfang des Jahrtausends ihr Unwesen in den internationalen Charts. Das letzte Studio-Album „Give Me Fire“ schaffte es in Deutschland, der Schweiz und Österreich im Jahr 2009 gar auf den Sonnenplatz der Albumcharts und erreichte Platinstatus. Die Singleauskopplung „Dance With Somebody“ schaffte es bis auf Platz zwei der Verkaufsliste.

Viel wichtiger als Verkaufszahlen sind auf der Live-Bühne jedoch musikalisches Handwerk und Substanz der Songs. Beides haben Mando Diao im letzten Jahr mit ihrer in Berlin für MTV aufgenommenen Unplugged-CD „Above And Beyond“ bewiesen. Denn auch, wenn unplugged zwar eigentlich stromlos heißt, bringen Dixgard&Co. auch auf Akustikinstrumente beschränkt jede Menge Energie über den Bühnenrand und lassen den Zuhörer durch die neuen Arrangements noch so manches Melodienjuwel entdecken, dass bei der Studioaufnahme dem Verzerrer zum Opfer gefallen ist.

Text: Martin Zeising

Foto: David Burn / Creative Commons

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