Konzerte & Party

Manu Chao in der Zitadelle Spandau

Manu Chao

Um herauszufinden, was Manu Chao gerade so treibt, schaut man am besten bei Facebook nach, denn vom gängigen Popgeschäft hat sich der Songschreiber schon seit Längerem abgekoppelt. Das soziale Medium passt zwar nicht so recht zu dem Vollzeit-Globalisierungskritiker. Doch es ist direkt und einfach zu bedienen – und das mag der Musiker, der mal über seinen Stil sagte: „Ich bin wie ein Koch, der einen einzigen Eintopf beherrscht, den aber richtig gut.“
Als Blaupausen seiner Spezialrezeptur dienen Evergreens wie „Clandestino“ oder „Me gustas tъ“ mit ihrem Mix aus Garagerock, Reggae, Sample-Bastlertum und Flamenco mit politischen Botschaften auf Französisch, Spanisch, Italienisch oder feinstem Pidgin-English. Wie bei jeder Lieblingsspeise bewahrt der Franzose seine Anhänger vor Übersättigung, und so sind neue Manu-Chao-Alben rar gesät. Seit 1998 sind gerade mal vier Studiowerke zusammengekommen, das letzte, rastlos zwischen Großstadtmelancholie und politischer Attacke pendelnde „La Radiolina“ ist datiert von 2007. Der 53-Jährige hat wohl einfach nicht genug Muße, um mal an einem Stück Songs aufzunehmen. Lieber postet er Neuigkeiten von politischen Aktionen, die er unterstützt, ob Solidaritätsaktionen für Flüchtlinge in der Westsahara oder für Opfer der Drogenkartelle Mexikos. Jetzt stehen endlich mal wieder Livetermine an.

Text: Ulrike Rechel

Manu Chao, Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, Spandau, So 14.6., 19.30 Uhr, ausverkauft

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