Konzerte & Party

Sonntag: Marc Almond im Huxleys

Marc AlmondViele kennen ihn nur als Sänger von Soft Cell und sehen ihn als Ikone der Achtzigerjahre. Vom anderen, wilderen und aufregenderen Ich des Marc Almond wissen nur Fans – und das, obwohl diese Seite den englischen Sänger viel mehr repräsentiert. Legendär sind die Unternehmungen mit den Bands Marc & The Mambas und The Willing Sinners, an deren Seite sich Almond in seiner Lieblingsrolle suhlte, einer Mischexistenz aus Trash-Caruso, Gossen-Lurch und Rotlichtsünder. Danach scherte er öfter aus dem rein britischen Pop-Kontext aus, widmete sich dem Werk von Jacques Brel und beackerte das Gebiet der Cabaret-Musik, immer versetzt mit viel Camp und Drama. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs begann er mit der Erkundung russischer Folklore. Bis heute ist man sich nie sicher, was bei diesem sprunghaften Kerl als Nächstes kommen könnte. 2010 ließ ­Almond mit dem bunt gemischten Album „Varietй“ noch einmal alle Facetten seines Schaffens Revue passieren und formulierte dabei einen Satz, der ihn perfekt charakterisiert: Strange is good. Der 54-Jährige hat erklärt, dass es sich um seine letzte Kollektion mit komplett eigenem Material handeln könnte. Im Grunde wäre das ein konsequenter Schritt. Almond ist ein toller Interpret, aber als Songschreiber nicht ganz so gut. Man wird das auch jetzt wieder merken, wenn er nach Berlin kommt, um seine größten Hits zu singen. Dank seiner Stimme leben die schon im Original guten Oldies „Tainted Love“ und „Something’s Gotten Hold of My Heart“ richtig auf.

Text: Thomas Weiland

Marc Almond, Huxleys, So 15.1., 20 Uhr, VVK: 37 Euro

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