Konzerte & Party

Marcus Wiebusch im Lido

Marcus Wiebusch

„Und das geht so.“ Typische Songeinleitung von Marcus Wiebusch. Der kantige Hüne ist mit seinem ersten, ein Jahr alten Soloalbum „Konfetti“ weiter auf Abenteuerurlaub von seiner Hamburger Musterschüler-Band Kettcar.  „Das geht so“ geht immer. Sonst ist vieles anders. Weniger von Kettcars Indie-Binnenbefindlichkeit, mehr von den klaren Ansagen seiner …But Alive-Punkhistorie. Sein Grand-Hotel-van-Cleef-Label-Kollege Thees Uhlmann hat sich Tomte aus seiner künftigen Arbeitsbiografie wegmusiziert. Von Wiebusch hört man derlei nicht. Oder noch nicht. Egal. Da misst einer mit breitbeinigem Bühnenstaksen und Acht-Mann-Combo seine Bandbreite neu und oft anders aus: neben üblichem Gitarrenhymnen auch mit Electro-Gefrickel oder etwas rumpeligem HipHop. Von einigen darob belächelt. Auch wegen der wiebuschtypisch strikten Ernstgemeintheit („Einmal rächen“, „Haters Gonna Hate“). Bei der „Spex“ waren sie von seinem gewaltigen, siebenminütigen „Der Tag muss kommen“-Rap über einen schwulen Fußballprofi (das Video wurde bei YouTube fast eine Million Mal geklickt) so irritiert, dass sie ihrem Verriss eine Art Entschuldigungskorrektur hinterherdruckten. Doch wenn man eines Tages da draußen jemanden bräuchte, der einem beistünde gegen all die „dummen Hater“, die „Forums-Vollschreiber“, die „miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen“ – dann hätte man gern einen wie Marcus Wiebusch an seiner Seite. Einen von den Guten. Und das geht so.

Text: Erik Heier

Foto: Andreas Hornoff

Marcus Wiebusch, Lido, Cuvrystraße 7, Kreuzberg, Fr 1.5., 20 Uhr, ?VVK: 22,70 Euro zzgl Gebühr

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