Konzerte & Party

Maria Taylor im Comet Club

Maria Taylor

Zählt Maria Taylor sämtliche Platten zusammen, die sie teils in Duo-, teils in Bandformationen oder aber solo aufgenommen hat, kommt sie auf ein rundes Dutzend. Auf den meisten Alben, etwa mit ihrer Dreampopband Azure Ray, verbanden sich süße Melodien mit zaghafter Melancholie. Um Trennungen und Abschiede in ihrem Leben drehten sich ihre Texte. Es gab Zeiten, da habe sie sich sogar absichtlich in unerfreuliche Lebenssituationen begeben, um Inspiration zu finden, erzählte die einstige Partnerin von Conor Oberst mal. Ihr jüngstes Album „Something About Knowing“ ist da von ganz anderer Art. In den Songs, in denen Taylors gelassener Sopran das tragende Element für echosatte Americana-Träumereien, weichen Pop а la Carole King oder schlichten Wohnküchen-Folk abgibt, ist viel von Dankbarkeit und Glück die Rede; auch von positiver Erschöpfung. Der Grund für den Stimmungswechsel war die Geburt von Söhnchen Miles zu Beginn des Schreibprozesses. „Up All Night“ etwa heißt ein Song über schlaflose Nächte frisch gebackener Eltern – eine ungewohnt tanzbare und leichtherzige Nummer, die durch Taylors grundverträumten Gesang dennoch etwas Nächtliches ausstrahlt. Nicht überall besingt die 37-Jährige ihr junges Familienglück, das auch ihre Hochzeit 2013 umfasst – übrigens mit einem ehemaligen Fan, der Taylor nach einem Konzert am T-Shirt-Stand offenbar zur rechten Zeit am rechten Ort ins Gespräch verwickelte. In drei Songs besingt sie direkt ihre neue Mutterrolle, den Rest hält sie thematisch bewusst in der Schwebe. „Ich wollte nicht, dass die Leute fürchten: Jetzt singt sie nur noch Babysongs“, so Taylor.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Saddle Creek

Maria Taylor + Max Paul Maria, ?Comet Club, So 9.3., 20 Uhr, VVK: 14 Euro zzgl. Gebühr

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