Konzerte & Party

Maria Taylor im Comet Club

Maria Taylor

Maria Taylor lebte in Alabama, in Georgia, Nebraska und Los Angeles. Kein Wunder, dass auf ihrem jüngsten Album „Overlook“ von gepackten Taschen die Rede ist. „There’s always a suitcase full on the bedroom floor“, singt sie in der zarten Gitarrenballade „Happenstance“. Dabei klingt die Stimme der 35-Jährigen weniger unternehmungslustig als verträumt – und transportiert gleichzeitig Fern- wie Heimweh. Als leise Brisen wehen die Spuren ihrer verschiedenen Wohnstationen durch das Album, das die Tochter eines Profimusikers erstmals selbst produziert hat. Teils denkt man an Westküsten-Klassizismus а la Stevie Nicks, teils an versonnene Lagerfeuer-Melancholie, wie man sie mit einem Veranda-Abend irgendwo in einer Südstaatenkleinstadt assoziieren mag. Auf die Mitarbeit ihrer Freunde rund um das Indielabel Saddle Creek aus Omaha hat die Songschreiberin diesmal verzichtet. Statt der Wahlfamilie kommt die wirkliche Verwandtschaft zum Einsatz: Vater, Bruder und Schwester Taylor zupfen Mandoline, Banjo oder singen im Chor. Möglich, dass der Rückzug in die Kindheitsumgebung zur neuen Selbstverständlichkeit beiträgt, mit der Taylor einige spannende neue Stilrichtungen testet: den epischen Psychedelic Folk von „Matador“ etwa oder den leichtherzigen Ballhaus-Pop von „Bad Idea?“, einem augenzwinkernden Stück übers Älterwerden. Dass die Sängerin momentan schwanger ist, hält sie übrigens nicht vom Reisen ab. Als Spross einer Musikerfamilie gewöhnt man sich eben besser früh an das Vagabundenleben.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jason Hamric

Maria Taylor + Uunbunny + Flare Acoustic Arts League, Comet Club, Di 17.1., 21 Uhr, VVK: 14 Euro

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