Konzerte & Party

Marsimoto

Marsimoto
Foto: Paul Riepke

Marten Laciny kann es nicht lassen. „Höher, schneller, weiter“ scheint sein Credo zu sein. Der Lebenslauf zeigt bereits, der 30-Jährige kleckert nicht, er klotzt. Als Kind ist er innerhalb der Hansa Rostock-Jugendmannschaft bis in den U-17-Kader der Nationalmannschaft aufgestiegen, als 18-Jähriger modelt er für Hugo Boss in der ganzen Welt. Kaum zurück in der Hansestadt und später in Berlin wird die eigene Rap-Karriere gleich angegangen.

Der Fall scheint klar: Dieser Kerl ist ein Player, der weiß, wo er hin will – nach oben. Und da diese Erfolgsgeschichte scheinbar nicht für ein einziges Leben ausreicht und Marten als Marteria nicht schon genug allseitiges Lob einheimste, spaltete sich bereits frühzeitig sein Alter Ego Marsimoto ab, um mit hochgepitchter Fistelstimme, grüner Maske und geballter Menge Beats in der Pfeife, eine Ode nach der anderen um das „Grüne Samt“ namens Marihuana zu texten.

Als allgegenwärtiger Streuner feiert er seitdem die Ausschweifung und den Rausch, übt Kritik am Überfluss, verbreitet Good Vibrations ebenso leicht und glaubhaft wie Hinweise auf die Gefahren allzu leichtsinniger Datenfreigabe im Internet oder Kritik am Walsterben. Ganz possenreissender Wortakrobat, der sogar Kermit zu seinen Kumpels zählt, zelebriert er seine grünmaskierte Narrenfreiheit, auch, um die eigene Szene zu hinterfragen. „Was ist denn mit der Realness? Wer malt heute noch den Zug? Alles nur noch Wellness!“

Text: Maik Werther

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