Konzerte & Party

Marta Collica im Schokoladen Mitte

Marta CollicaDie musikalische Vita der aus Catania stammenden Sängerin und Keyboarderin reicht bis in die späten Neunziger zurück. Da spielte Marta Collica bei den australisch-italienischen Indierockern Micevice und lernte so Hugo Race kennen. Mit ihm formierte sie die Band Sepiatone, in der sie den Leadgesang übernahm und ihre Vorliebe für cineastische Melodramatik auslebte. Das 2000er Debüt hätte es verdient gehabt, vom zeitgleichen Goldfrapp-Erfolg etwas abzubekommen, denn atmosphärisch stand es „Felt Mountain“ kaum nach. Immerhin wurden einige Musikerkollegen auf die Band aufmerksam: Als Marta Collica 2007 in der deutschen Hauptstadt zu Besuch war, wurde sie kurzerhand eingeladen, an einem Lee-Hazlewood-Farewell-Konzert teilzunehmen. Die Resonanz auf ihren ersten Solo-Auftritt ermutigte sie, zwei länger gehegte Pläne in die Tat umzusetzen: Sie zog nach Berlin und brachte sich hier auch das Gitarrenspielen bei.
Die mitunter düsteren Impressionen am neuen Lebensort, aber auch die kreativitätsfördernden Impulse, welche das Erlernen eines weiteren Instruments auszulösen vermag, schlugen sich unmittelbar auf ihr zweites Soloalbum „About Anything“ nieder. Verglichen mit dem Vorgänger „Pretty & Unsafe“ haben die vierzehn Stücke, die mal an Velvet-Underground-Demos, mal an Tracey Thorns 1982er Solo-Debüt erinnern, etwas erfrischend Ungeschliffenes. Und all den Reflexionen über verpasste Gelegenheiten und verflossene Liebschaften wird der Ernst genommen, wenn in „Just Water Just Air“ ein Pfeifsolo ertönt oder in „Future #1“ ein extra pappig klingendes Schlagzeug zum Einsatz kommt.

Text: Markus von Schwerin

Foto: Vincent Drago

Marta Collica + My Sister Grenadine + Alina Simone, Schokoladen Mitte, Mi 7.7., 21 Uhr, AK: 7 Euro

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