Konzerte & Party

Martina Topley-Bird

Wenn man sich Trickys epochales Debüt „Maxinquaye“ zu Gemüte führt, hört man nicht so oft die Stimme des Meisters, sehr wohl aber die von Martina Top­ley-Bird. Mit verdorbenem Girlie-Timbre erwies sich die damals 20-Jährige als perfekte Gespielin für Ausflüge in die düster-benebelte Welt des Trip-Hop. Beide blieben danach noch eine Weile privat und musikalisch ein Paar, doch schließlich trennten sich ihre Wege.
Ob Martina noch einmal wie­derkehren würde, war unsicher. Sie verfügt nicht über die extrovertierte, ins Rampenlicht drängende Art einer Rуisнn Murphy. Ihr Kapital ist und bleibt die geheimnisvolle Kindhaftigkeit in der Stim­me, die besonders im Studio wirkt und an kein Genre gebunden ist. Nicht ohne Grund wollten sowohl Dance-Produzenten (David Holmes, Diplo) als auch Ro­cker (Jon Spencer, Gutter Twins) Martinas Gesang auf ihren Platten haben.
Ihr wichtigster Fürsprecher ist zurzeit der allseits beliebte Danger Mouse, der ihr mit „The Blue God“ ein fabelhaftes Album auf den Leib geschneidert hat. Ihm gelang es, Martina von den Fesseln der Vergangenheit zu befreien. Er hat ihre urenglische Persönlichkeit ingeniös mit amerikanischem Soul und Blues vereint und sie zu unkomplizierten Popsongs animiert. Tricky will dieses Album angeblich nicht gehört
haben. Ob das stimmt? An guten Platten wie „The Blue God“ kommt man nämlich nicht so leicht vorbei.

Text: Thomas Weiland

Martina Topley-Bird + Nihil Frannz Club, Di 11.11., 21 Uhr, VVK: 17 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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