Konzerte & Party

Masha Qrella im LiveAtDot

Manches lässt sich nicht gut planen. Mutter werden etwa. Bei Masha Qrella war es im März soweit. Etwas früher als nötig gewesen wäre, um ihr drittes Soloalbum fertig aufzunehmen. Rund ein Jahr ist es her, seit die Berlinerin mit der scheuen, betörend in sich ruhenden Gesangsweise im Studio stand. Mittlerweile hat ihre kleine Tochter das Sagen. Von Seiten ihres wichtigsten kreativen Gegenübers, Norman Nitzsche – Produzent und Mitmusiker in den Qrella-Bands Mina und NM Farner – erhält sie alles Verständnis der Welt. Klar auch; schließlich ist Nitzsche der Vater des Kindes; und Berlin somit um eine Musi­ker­familie reicher.
Erste Veränderungen beobachtet die Song­schrei­berin an sich selbst: „Ich bin heute weniger ehrgeizig als vorher“, glaubt sie. Dabei ist die neue Gelassenheit kei­nes­wegs mit geringerem Anspruch zu verwechseln. Im Gegenteil: Qrella will die ersten Studioaufnahmen noch mal überarbeiten. „Als ich mir das nach der Pause wieder angehört habe, gefiel es mir nicht mehr, es war zu viel drin, viel zu kompliziert.“ Nun will die Autodidaktin wieder zurück an den Kern der Songs. „Wenn man schon ein Album macht in diesen Zeiten, dann muss man einen guten Grund haben. Dann muss es auch richtig gut sein“, sagt die Musikerin, die den Nachfolger des mit zarter Elektronik durchzogenen Albums „Unsolved Remained“ wieder beim Indielabel Morr Music herausbringt.
Ihre Band wird also bald wieder Station machen in der heimischen „Villa Qrella“: neben Stamm­gitarristin Rike Schuberty sind es Keyboarder Michael Mühlhaus und Andy Haberl am Schlagzeug, derzeit auch Drummer von The Notwist. Tauscht sie die leise Intimität der ersten beiden Alben gegen einen weiter geöffneten Bandsound, gar rockigere Klänge? Bei dem Wort „Rock“ lächelt Qrella fast verlegen. Für kompakte Töne hat sie nicht allzu viel übrig, ist zu sehr Ästhetin der Einzelklänge, der Ruhephasen in den Zwi­schenräumen. Selbst ein ganzes Orchester würde sich in Qrellas Musik wohl in feine Einzelteile auflösen.

Text: Ulrike Rechel

Masha Qrella & It’s A Musical
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Live At Dot, Mi 7.1., 21 Uhr,
VVK: vor Ort erfragen

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