Konzerte & Party

Match Hoffman im Moon Club

Match Hoffman

Berlin bleibt eigen. Seit der Jahrtausendwende steht die Stadt einerseits für den typischen Minimal-Sound ihrer Endlospartys und gilt andererseits als Gral harter Technomusik, wie sie in verschiedenen Varianten Tresor und Berghain verkörpern. Vom dominanten Trend des internationalen Dancemusikgeschehens hat sich Berlin dabei nicht infizieren lassen bzw. komplett abgekoppelt: Der große amerikanische und internationale Trend EDM aka Electronic Dance Musik, also alles, was in den Beatport-Charts ganz oben steht, findet hier so gut wie gar nicht statt. Und vielen heimischen Clubbern gilt dies sogar als Qualitätsmerkmal. Selbst Auftritte von weltweit gefeierten Star-DJs wie Steve Aoki wurden hier sang- und klanglos abgesagt und auch David Guetta, der in dieser Stadt hauptsächlich auf Corporate Events zu sehen war, hat es hier schwerer als sonst wo auf der Welt.
„Fuck you Guetta, this is Berlin“, so lautet dann auch eine der Ansagen auf den T-Shirts des Basskick-Movements, einer neuen Gruppierung, die einer ganz eigenen Variante des basslastigen Sounds frönt, die als „Berlin Bounce“ immer mehr Freunde findet und soundtechnisch zwischen Melbourne und Minimal-Bass anzusiedeln ist.
Häuptling der Basskicker ist Schwergewicht DJ Match Hoffman, um dessen Aktivitäten sich eine ganz eigene Szene für all jene bildete, die es etwas härter, raviger und basslastiger mögen, als es die klassische Berliner Clubwelt bisher bieten konnte.
Match Hoffmans Aufstieg begann mit seiner Veranstaltung „Basskicks from ­Outerspace“, mit der es ihm gelang, im Club Magdalena den Donnerstag zu einer Erfolgsveranstaltung zu machen. Als Headliner des Raves „Sterne und Bass“, der zweimal im Jahr stattfindet, funktionierte er mit den Veranstaltern das altehrwürdige E-Werk zur Kultstätte des neuen Sounds um und zog dort über 2.000 Gäste zu Partys, die Legendenstatus genießen. „Wir ziehen hier unser ganz eigenes Berliner Ding durch“, meint Match Hoffman, „mit dem typischen EDM mit seinen cheesy Melodien und dem stumpfsinnigen DJ-Animationsgeschrei haben wir nichts zu tun, wohl aber mit einigen Sounds, Noises und dem Bass.“
Zum Erfolg der Basskicks trugen auch die bereits erwähnten, unverwechselbaren, schwarzen Basskicker-Shirts mit weißen Blockbuchstaben bei, deren Slogans wie „Ist’s dir zu hart, bist du zu minimal“ und „Glück ist, wenn der Bass einsetzt“ immer häufiger zu sehen sind. Auch das gleichnamige Musik­label Basskicks startete erfolgreich. Match Hoffmans Hit „Survivor“ wurde zum Clubhit, die Veranstaltung „Basskicks“ wurde außerhalb von Berlin in München und Schwerin gebucht. Dorthin begleitete ein ganzer Reisebus mit Berlinern ihren Helden, der Spirit erinnerte an die Frühzeit der Techno-Community. Bis die „Basskicks“-Reihe im bald neu eröffnenden Club Magdalena wieder regelmäßig an den Start geht, lanciert Match Hoffman zudem mit seinem Lookalike, dem Superraver (SPRRVR), die Veranstaltungsserie „Noisey Neighbourhood“, bei der mal richtig Krach gemacht wird.?

Text: Rock Davies

Foto: Jana Jansen

Noisy Neighbourhood, Moon Club, Schönhauser Allee 36, ?Prenzlauer Berg, Sa 15.11., 23 Uhr

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