Konzerte & Party

Matt And Kim im Lido

Matt And Kim

Aus Matt And Kims Nachbarschaft Brooklyn haben es nicht wenige Anwohner in die Charts geschafft, etwa MGMT, Grizzly Bear oder Vam­pire Weekend. Auch das Lo-Fi-Duo selbst liegt mit seinem dritten Album „Sidewalks“ gut im Rennen. Für ihren Schritt in Richtung Größeres sind Matt Johnson und Kim Schifino aber keinen künstlerisch suspekten Handel eingegangen. Die neuen Songs basieren auf ihren drolligen Stammzutaten, mit denen sich das Künstlerpärchen rasch in die Herzen von Brooklyns Kunststudenten-Szene spielte: hibbelige Melodien aus Johnsons krakeeliger Antirockstar-Kehle bei kleiner Ausrüstung um günstige Keyboards und Schifinos Uptempo-Schlagzeug. Neben blühendem Optimismus packt Johnson auch mal leise Kritik in seine Zeilen, so in „Cameras“ über die Facebook-Generation, die jedes Erlebnis per Foto dokumentieren muss: „No time for cameras/We’ll use our eyes instead“, singt er pädagogisch-trotzig. Musikalisch zeigen sich die beiden Hyperaktiven spürbar gereift. Erstmals überhaupt hat ein Produzent ihren Homerecording-Stil ersetzt: Ben Allen, bekannt für seine Arbeit mit Animal Collective, lenkt vor allem Schifinos wilde Drumbeats in präzisere Bahnen. Die klingen nun oft fast maschinell oder werden durch Samples ersetzt. Ein Hohelied an schiefe Töne darf bei aller Reife aber nicht fehlen: „We sing along but the notes are wrong!“, singen Matt And Kim – dabei sitzt hier jeder Ton goldrichtig.

Text: Ulrike Rechel

Matt and Kim, Lido, Mo 28.3. 21 Uhr, VVK: 15,50 Euro

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