Soul-Pop

Maurice & Die Familie Summen im Festsaal Kreuzberg

Der wohl am besten vernetzten Popmusiker unseres Landes verneigt sich vor Sly Stone

Es ist nicht leicht, bei den zahlreichen Aktivitäten von Maurice Summen den Überblick zu bewahren. Abgesehen von seinen Verpflichtungen als Plattenlabelbetreiber, Musikjournalist, Radiomoderator, Gelegenheitsschauspieler und Familienvater, ist er einer der wohl am besten vernetzten Popmusiker unseres Landes. Das führt dann zu so einer illustren Gästeliste wie bei dem gerade erschienenen Debüt von Maurice & Die Familie Summen. Bei den Aufnahmesessions der Platte, die der 43-Jährige Wahlberliner mit münsterländischem Migrationshintergrund keinesfalls als Soloalbum verstanden wissen will, haben unter anderem Kollegen von Kante, Bonaparte, Seeed, Frittenbude und Deichkind geholfen. Der gemeinschaftsstiftende Spirit ist dem Resultat jederzeit anzuhören: Die Songs auf „Bmerica“ transportieren den gleichen Sprachwitz, die gleiche hintergründige Beobachtungs- und Zuspitzungsgabe wie Summens Stammband Die Türen (und deren Ableger Der Mann), sind aber, das bedingt schon die größere, bei den anstehenden Konzerten mutmaßlich auf neun MusikerInnen anwachsende Besetzung, von einem zugleich organischer wie auch wuchtiger groovenden Puls durchzogen. Der Projektname ist natürlich eine Verneigung vor einem der Lieblings­musiker Maurice Summens: Sylvester Stewart aka Sly Stone, der mit Sly & The Family Stone 1971 das Black-Music-Meisterwerk „There‘s A Riot Goin‘ On“ veröffentlichte. Gewagt. Aber gewonnen.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Treptow, Fr 27.10., 20 Uhr, VVK 18,70 €

Mehr über Cookies erfahren