Konzerte & Party

Mayer Hawthorne im Festsaal Kreuzberg

Mayer_HawthorneEs gab Zeiten, da war Peanut Butter Wolf ausschließlich auf experimentellen HipHop heiß. Mit Beginn der jüngsten Retro-Soul-Welle hat beim Chef des kalifornischen Labels Stones ­Throw ein Umdenken eingesetzt. Er wollte es auch mal mit diesem neuen alten Sound versuchen. Dass er sich dafür einen gewissen Mayer Hawthorne ausguckte, war durchaus riskant. Dieser Sänger hatte keinerlei Vorleistungen oder sonderliche Qualifikation vorzuweisen. Aber seine Herkunft sprach für ihn. Hawthorne ist im Großraum Detroit und damit an der Quelle des Soul aufgewachsen.

Man braucht dann auch nicht lange, um in seiner Musik Spuren des Motown-Sounds ausfindig zu machen. Verbindungen zu Smokey Robinson oder den Su­premes lassen sich leicht herstellen, auch Curtis Mayfield oder The Chi-Lites haben abgefärbt. Hawthorne versucht aber nicht, verzweifelt in die Fußstapfen seiner Helden zu treten. Er will nicht angestrengt authentisch sein, wie es bei weißen Soul-Aspiranten schon mal der Fall ist. Der Mann mit dem Buchhaltergesicht bleibt angenehm entspannt und einfach er selbst. Das gilt auch für das neue Album „How Do You“, wenngleich der 32-Jährige im Vergleich zum etwas lax eingespielten Debüt „A Strange Arrangement“ auch einen ambitionierteren Eindruck macht. Ob er sich hier wohl Aloe Blacc zum Vorbild genommen hat? Der war auch erst auf Stones Throw zu Hause und wurde dann vom Großhändler Universal eingekauft. Und ist jetzt ein Star.  

Text: Thomas Weiland

Foto: William Olguin

Mayer Hawthorne & The Country Festsaal Kreuzberg, Mo 22.8, 21 Uhr, VVK: 22 Ђ

Mehr über Cookies erfahren