Konzerte & Party

Mayhem im C-Club

Mayhem_c_EsterSegarraJшrn Stubberud alias Necrobutcher sagte jüngst zu „Esoteric Warfare“, dem neuen Album seiner Band Mayhem: „Es ist nicht allzu leicht anzuhören.“ Als wenn das irgendjemand erwartet hätte: Von unhörbarem Gerumpel bis zu avantgardistischem Bombast, von tödlichen Messerstichen bis zum rosaroten Bugs-Bunny-Kostüm – Mayhem sind Meister der Verstörung. Wie bei keiner anderen Band brechen sich in ihrer viel beschriebenen und nunmehr 30 Jahre währenden Geschichte Anziehungskraft und Wahnwitz des norwegischen Black Metal. 1986 war es, als ihr obskurer Kassettenrekorder-Mitschnitt das „Pure Fucking Armageddon“ propagierte. Ein paar Jahre später brannten tatsächlich Kirchen, setzte es Suizid und Mord, was den Umstand, dass es sich beim kurz danach veröffentlichten Album „De Mysteriis Dom Sathanas“ um ein morbid-episches Werk der Extraklasse handelte, fast zur Nebensache degradierte.

Bassist Necrobutcher ist der Einzige, der von der Originalbesetzung noch vorhanden ist. Dennoch stricken Mayhem bis in die Gegenwart an der sinistren Legende: Ihr neuester Streich „Esoteric Warfare“ hat die offizielle Katalognummer 333, welche der Okkultist Aleister Crowleys einst mit dem Dämon Choronzon identifizierte. Dank Attila Csihar, dessen Gurgeln, Brummen, Bellen und Wimmern schon „De Mysteriis …“ veredelte, und der Live-Auftritte mit Faulfleisch imitierenden Masken, besagter Hasenverkleidung oder aber Menschenknochen absolviert, gibt es auch wieder reichlich boshafte Atmosphäre.

Text: Roy Fabian

Foto: 2014 Ester Segara

Mayhem C-Club, Mi 28.5., 20 Uhr, VVK: 26 Ђ zzgl. Gebühr 

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