Festival

Mehr als weiße Jungs

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Egal, wie oft das Wort Diversität durch den Raum schwirrt, das Line-up vieler Musikfestivals bleibt in den Händen weißer, männlicher Künstler

Lyzza

Nun setzen die Macherinnen des DICE Festivals ein Zeichen gegen den Einheitsbrei der cis-Männer. Drei Tage und Nächte rücken sie an Orten wie dem Club Arkaoda und dem Böhmischen Kirchensaal im Neuköllner Rixdorf weibliche, queere, trans und nicht-binäre Künstler*innen und Aktivist*innen in den Fokus. Tagsüber geht es in Vorträgen und Podiumsdiskussionen um geistige Gesundheit im Musikgeschäft, den Umgang mit marginalisierten Personen in den Medien oder Strategien des Widerstands. Es gibt Workshops zu Songwriting, DJing und modularen Synthesizern. Abends folgen Live-Performances und DJ-Sets von Gästen, die sich nicht nur in ihrer Geschlechtsidentität, sondern auch in ihrem kreativen Schaffen einfachen Verortungen entziehen.

So legt neben Lyzza (s. Foto) auch Camae Ayewa aus Philadelphia auf, die parallel zu ihrer Arbeit als Autorin und visueller Künstlerin unter dem Namen Moor Mother düsteren Experimental-Electro produziert. Auch das südafrikanische Kollektiv FAKA greift bei seiner Verarbeitung queerer, schwarzer Erfahrung zu interdisziplinären und intermedialen Mitteln. Die 67-jährige Griechin Lena Platonos indes ist in ihrer Heimat sowohl Pionierin der elektronischen Musik als auch klassische Komponistin. So klingt das, wenn Diversität mehr als nur ein Wort ist.

Arkaoda Berlin, Böhmischer Kirchensaal, Schmiede am Richardplatz Neukölln, Do 1.–Sa 3.11., Programm unter www.dice.berlin

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