Konzerte & Party

„Mein Kampf“ von Hagen Liebing

Am 1. Januar 2016 endete das Urheberrecht für die Hetzschrift „Mein Kampf“. Schon geht die Angst um: Werden uns 70 Jahre nach dem Tod des Autors Adolf Hitler – einer Zeitspanne, während der Vertrieb und Nachdruck des Buches unter Strafe standen – nun eine Schwemme von Nachdrucken und Neuauflagen die Sinne verderben?
Sicherlich nicht, denn der volksverhetzende und damit auch strafbare Inhalt bleibt ja auch ohne das Urheberrecht bestehen.
Ich fürchte aber, dass uns nun noch etwas ganz Anderes blüht. Es sind die Trittbrettfahrer der Pop-Kultur, die Abkupferer im Musik- und Literaturbetrieb, die sich den griffigen Titel sicher bald zu Eigen machen werden.
Rainer Calmund etwa mit seiner Diätbeichte „Mein Kampf gegen die Pfunde“. Oder der Rapper Haftbefehl mit „Mein Kampf mit der Grammatik“. Sein Kollege Bushido mit „Mein Kampf gegen Dein Kampf“. EON-Geschäftsführer Robert Hienz mit „Mein Kampf gegen Windmühlen“, Thilo Sarrazins neuer, großer Wurf „Mein Kampf gegen das Vergessen (werden)“ oder Stefan Raabs  „Mein Kampf gegen das Ego“.  
Und jetzt, wo wir auch noch ungefragt davon unterrichtet wurden, dass Adolf Hitler seine weltbewegenden Entscheidungen mit nur einem Hoden in der Hose getroffen hat, wird sich bestimmt auch noch ein versierter Ghostwriter finden, der uns „Adolf Hitler – Mein Kampf mit den Gleichgewicht“ kreiert. Und es wird mehr kommen, denn der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch…   

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