Konzerte & Party

Metal Ghost im Monarch

c_NiklasGoldbachDie beste Berliner Indie-Band der Neunzigerjahre? 18th Dye, keine Frage. Niemand in dieser Stadt hatte den Noise-Rock so im Griff wie dieses deutsch-dänische Trio. Sein Sound orientierte sich an My Bloody Valentine, Sonic Youth, Wire oder Yo La Tengo, und doch hatte man nie das Gefühl, dass eine Zweitverwertung stattfindet. Die Band konnte auch sehr stoisch an Rhythmen festhalten, was auf profunde Kenntnisse auf dem Gebiet des Krautrock schließen ließ. Internationale Koryphäen waren begeistert. Steve Albini produzierte das zweite Album „Tribute To A Bus“ in unnachahmlich trockener Manier und John Peel lud die Band drei Mal für Aufnahmen ins BBC-Studio nach London ein. Intern lief es nicht so gut. Immer wieder hörte man von Meinungsverschiedenheiten, die irgendwann so heftig wurden, dass sich die Band auflösen musste.

Zum ersten Mal 1999 und 2010 zum zweiten Mal nach einem Zwischenspurt mit dem Album „Amorine Queen“. Man hatte aber nicht das Gefühl, dass das schon alles war. Bassistin Heike Rädeker und Schlagzeuger Piet Brendtsen brauchten dann auch nicht lange, um wieder in die Gänge zu kommen. Sie haben über die letzten Jahre verteilt neue Musik in Aarhus, Kopenhagen, Hamburg und Berlin aufgenommen und das Sammelsurium nun unter dem Namen Metal Ghost veröffentlicht. Mit dem ersten Album „1“ vollziehen sie keinen völligen Genre-Wechsel, aber durch die Zweierbesetzung ergibt sich schon eine andere Gewichtung. Der Garagenrock der Sechziger spielt eine größere Rolle, die Grundhärte hat sich erhöht und der von den Raveonettes bekannte Melodietrieb ist ebenfalls vorhanden. Der Wiederentdeckung alter Lieblinge steht also nichts im Wege. 

Text: Thomas Weiland

Foto: Niklas Goldbach

Metal Ghost Monarch, Do 7.11., 21 Uhr, AK: 7 Ђ  

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