Konzerte & Party

Metronomy

Metronomy – kennt keiner? Vor­sicht! Vielleicht weiß man von diesem Act mehr, als man denkt. Projektleiter Joseph Mount ist nämlich ein eifriger Remix-Produzent mit beachtlicher Klientenliste. Franz Ferdinand, Kate Nash und Sйbastien Tellier gehören zu den Leuten, die ihre Songs in jüngster Zeit von ihm überarbeiten ließen. Mit eigenem Material konnte sich Mount dagegen noch nicht recht durchsetzen. Verständlich, zumal er mit dem ers­ten Album „Pip Paine (Pay Back The Ј5000 You Owe)“ noch voll im Dickicht der Frickeleien steck­te – Aphex Twin und Autechre ließen schön grüßen. Diese Stücke stammten noch aus einer Zeit, als Mount seine Songs zu Hause in Devon auf dem alten Computer seines Vaters komponierte.

 Metronomy

Inzwischen sind Metronomy das Gemeinschaftswerk von Mount, Oscar Cash und Gabriel Stebbing. Gespielt wird mit Keyboards, Saxofon, Bass und Gitarre. Prompt gewinnt ein zugänglicher Stil die Oberhand, der der an Devo oder Hot Chip erinnert. Mount hat sich dafür den Begriff „Electro Garage“ ausgedacht: „Die Musik hat Heimwerkercharakter und mehr mit Punk als mit linearem Electro gemein. Aber auch das Pop-Element ist wichtig.“ Dem kann man nur beipflichten. Das neue Album heißt zwar „Nights Out“, aber die meisten Songs kommen ohne club­übliche Vollgasbasslinien oder Synthesizersounds aus. Dafür ersinnt Mount lieber Texte über ein Mädchen, das zuerst ein Auto klaut und dann bei einem Unfall stirbt. Einige mögen das für makaber halten. Bei genauerem Hinhören aber ist es ein Musterbeispiel für typisch englische, durchaus exzentrische, aber unbedingt ergiebige Unterhaltung.  
Thomas Weiland

Metronomy 

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