Konzerte & Party

MGMT im Astra Kulturhaus

MGMT

Die Art und Weise, wie ein Album daherkommt – auf welche Weise die Songs positioniert sind, wie der Titel lautet –, lässt Interpretationen zu. MGMT etwa haben ihr drittes Werk nach sich selbst benannt. Man hat es dann oft mit Debütplatten zu tun oder aber mit einer Band, die sich ihrer Identität sicherer denn je ist und besagtes Album als Essenz ihrer selbst einstuft. So gedeutet dürfte es von MGMT so bald keinen Elektropop der infektiösen Art mehr geben, keine Tanzflächen-Feger а la „Electric Feel“ oder „Time To Pretend“. Diese Phase haben Benjamin Goldwasser und Andrew VanWyngarden abgehakt, seither haben sie sich stufenweise ins psychedelische Genre begeben: Mit den neobarock versponnenen Miniaturen ihres zweiten Albums „Congratulations“ knüpften die New Yorker 2010 an die schrägsten Momente ihres gefeierten Debütalbums an; auf eingängige Melodien aber pfiffen sie. An dem Kurswechsel schieden sich die Geister: Für die einen ein brillantes Manöver ins Unerwartete – „kommerzieller Selbstmord“ für andere. Auf dem dritten Album führt die Exkursion nochmals tiefer ins Obskure. Eine Handvoll leichter Psych-Popsongs steht mit Titeln wie der Single „Alien Days“ gleich zu Anfang: ein kurzer, irdischer Willkommensgruß, bevor alle Strukturen ins Schweben und Fließen geraten und sich Hall und Verzerrfilter diffus über Analog-Synthesizer, Gitarren, Blockflöte und VanWyngardens hellen Gesang legen. Wer da immer noch auf einen plötzlichen Ohrwurm hofft, wartet vergeblich. Wer MGMT für Hit-Lieferanten hielt, hat sie offenbar zutiefst missverstanden.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Danny Clinch

MGMT?, Astra, Do 3.10., 21 Uhr, ?VVK: 32 Euro zzgl. Gebühr

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