Chansons

Michaela Meise besingt Dissidenten im Grünen Salon

Auf die Schlachtfelder des 20. Jahrhunderts begab sich Michaela Meise auf ihrem jüngsten Album „Ich bin Griechin“, einem Solitär im Musikjahr 2018

Foto: Roland Owsnitzki

Die Sängerin, in ihrem bisherigen Schaffen als somnambule Interpretin von Nico-Songs in Erscheinung getreten, coverte Partisanenlieder – von Chansonniers aus Frankreich, Rumänien, Griechenland, darunter auch Ikonen wie Mikos Theodorakis. Heraus kamen Lieder über Krieg und Frieden, in ein betörendes Deutsch gegossen.

Das Wunder dieser Zeitreise, die in zerbombte Städte, Konzentrationslager und Militärdiktaturen führt, war ihre Lichtflut in der Dunkelheit. Die Berlinerin bereitete den Dissidenten, Randständigen und Toten eine Bühne, mit einer Stimme, zart wie ein Moorblume, einem scheuen Akkordeon, vereinzelten Gitarren. Ein Requiem, dessen Inschrift viel mit Menschlichkeit zu tun hatte. Damit ging es auch um eine Hommage an das zugewandte, empathische Europa der Gegenwart, das in Zeiten eines übermächtigen Rechtspopulismus in den Schatten rückt.

Jetzt präsentiert Michaela Meise ihr Statement erstmals dem Publikum in der Hauptstadt – eine Premiere, die viele Fans schon lange ersehnt haben dürften. Während ihres Auftritts im Grünen Salon der Volksbühne wird Michaela Meise kompetent unterstützt: von Isolation-Berlin-Trommler Simeon Cöster, der auch schon die Felle auf dem Album gestreichelt hat, und Britta-Gitarristin Barbara Wagner.

Grüner Salon Rosa-Luxemburg-Platz 2, Mitte, Sa 15.12., 20 Uhr, VVK 8 €

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