Konzerte & Party

Mick Harvey im Silverwings

Mick Harvey

Alles eine Frage der Chemie. So beschreibt Mick Harvey die ganze Kunst des Musikmachens. 30 Jahre lang war er nicht wegzudenkender Sidekick von Nick Cave, bis 2010 plötzlich die Harmonieformel nicht mehr stimmte. The Boys Next Door, The Birthday Party, The Bad Seeds – alles Vergangenheit. Zwar durfte er noch im Alleingang das Erbe verwalten, sprich: mit Kompetenz und Geduld das Remastering von stolzen 14 Bad-Seeds-Alben überwachen.
Seitdem geht er seine eigenen Wege. Ohne Verbitterung. Doch mit der Geburt der Cave’schen Nebenband Grinderman übernahm Warren Ellis die Position des musikalischen Direktors – Mick Harvey war abgeschrieben. Immerhin hatte er schon in den 90ern begonnen, Soloalben zu veröffentlichen, als gefeierter Produzent und Gastmusiker mit PJ Harvey, Paul Kelly und Robert Forster zu kooperieren. Er verlieh mit starken Interpretationen seiner Bewunderung für Songwriter wie Lee Hazlewood, Jeffrey Lee Pierce und Serge Gainsbourg Ausdruck, dessen melodramatischem, komplexen Pop er gleich zwei ganze Alben widmete, die nun sogar wiederveröffentlicht wurden.
Und immer wieder Berlin: Seit den frühen Bad-Seeds-Tagen (Bargeld & Co sei Dank) stimmt hier die Chemie. Und nun steht Mick Harvey etwa zusammen mit Yoyo Röhm (Ben Becker, Martin Dean) und Toby Dammit (Iggy Pop, Meret Becker) auf der Bühne, um seiner ewigen Liebe zu Serge Gainsbourg zu frönen.?

Text: Christine Heise

Foto: Mute

Mick Harvey, Silverwings-Club, Columbiadamm 10f, Tempelhof, Mi 5.8., 21 Uhr

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