Konzerte & Party

Mike Huckaby im Suicide Circus

Mike Huckaby

Es war ein faszinierendes Schauspiel, das Mike Huckaby seinen Zuhörern kürzlich in Kreuzberg geboten hat. Der DJ und Produzent aus Detroit editierte mit Hilfe eines uralten Tonband-Gerätes Stücke des Avantgarde-Jazz-Musikers Sun Ra – und zwar live. Keine Frage, Huckaby versteht sein Handwerk. Schon seit den Achtzigern legt er auf und stand zwölf Jahre lang hinterm Tresen eines Detroiter Plattenladens. Dort unterzog er seine Produktionen einem ersten Härtetest – erst dann entschied er, ob sie offiziell erscheinen. Auf diese Weise hat es Huckaby zwar nur auf eine Hand voll Veröffentlichungen gebracht, diese wenigen aber gelten als absolute Meilensteine. Allen voran, die 1995 erschienene EP „Deep Transportation“, welche immer noch exemplarisch für Huckabys Sound steht: Butterweiche, melancholische Synthesizer-Akkorde gesellen sich darauf zu pumpenden Rhythmen und lassen die Grenzen zwischen House und Techno verschwimmen. Wie viele andere auch, schwört er dabei auf die klangliche Wärme analoger Maschinen. Deshalb hat er sich vielleicht gerade jetzt, im zunehmend digitalisierten Zeitalter, auf sein altes Tonband-Gerät zurückbesonnen. Das fast schon antike Ding mit den meterlangen, schwarzen Bändern wird uns wohl auch demnächst wieder begegnen.

Text: Lucas Negroni

Mike Huckaby + Barbara Preisinger + Marc FM, Suicide Circus, Do. 16.12., 23 Uhr

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