Konzerte & Party

Mini Pops Junior im Roten Salon

Mini Pops Junior

Zuerst hört man ein Saxofon. In seinem Klang steckt eine durchdringende Kraft, die sich mit einem Schiffshorn vergleichen lässt. Das hört sich beeindruckend an. Entsprechend froh ist Tobias Vethake über die Zusammenarbeit mit Free-Jazz-Freund Jan Hupe. Er beruhigt zugleich alle Zweifler, die etwas in der Art von Kenny G befürchten: „Jan benutzt ganz bewusst das Baritonsaxofon. Mit ihm kann er schön in die Tiefe gehen. Es gibt selbst im Jazz wenige prominente Vertreter, die das tun. Dieses Saxofon befindet sich im selben Klangbereich wie das Cello, das ich spiele, deshalb gefiel mir Jans Umgang mit diesem Instrument schon immer.“ Mini Pops Junior wollen sich auf keinen Fall hysterisch in den Vordergrund spielen.
Es ist adäquater, wenn man bei ihnen an introvertierte Genres denkt, an Ambient-Jazz oder Post-Rock. Mit diesen Elementen könne man einen Kontrapunkt zu dem setzen, was Vethake als „momentanen Medien- und Musikirrsinn“ beschreibt. „Es geht heute immer um das Ego und äußere Bild. 60er-, 70er- und 80er-Sound und Mode, wie viele Klicks, wie viele Freunde – alles scheint wichtiger als der Inhalt zu sein.“ Mini Pops Junior sehen in der direkten Improvisation von Strukturen und Melodien eine Möglichkeit, mit der Situation klarzukommen. Mit ihrem sehr gelungenen zweiten Album „Koma“ zeigen sie, dass sie da bei der Verarbeitung bereits weit vorangeschritten sind.

Text: Thomas Weiland

Foto: Thomas Neukum

Mini Pops Junior, Volksbühne/Roter Salon, Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, So 18.1., 21 Uhr, ?VVK: 10 Ђ zzgl. Gebühr

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