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Missincat

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„In Berlin Musiker zu sein, ist so normal wie Bäcker oder Lehrer„, erzählt Missincat. Vor fast vier Jahren zog Caterina Barbieri, wie die Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, für einen Neustart an die Spree. „Berlin ist eine sehr inspirierende Stadt. Es herrscht eine unglaublich große Freiheit hier“, schwärmt sie mit ihrer mädchenhaften Stimme und dem charmanten italienischen Akzent. „Ich bin viel unterwegs und auf Tour, aber es ist gut zu wissen, dass ich meine Basis hier in Berlin habe.“ Die Inspiration der Hauptstadt setzte die Sängerin erstmals 2009 in ihrem Debüt „Back On My Feet“ musikalisch um und war vom Erfolg selbst überrascht. Von Amy Winehouse wurde sie als Tour-Support eingeladen, und Nintendo setzte das Titelstück als Werbesong im Fernsehen ein.

Auf dem neuen zweiten Album ist nun auch wieder sie zu sehen, liegend, um sie herum Wasser. Ein Bild, das nur zu gut zur Musik mit der sommerlichen Entspanntheit passt. „‚Wow‘ ist weniger melancholisch als sein Vorgänger“, erzählt Caterina, „etwa zur Hälfte besteht es aus Gute-Laune-Musik. Sie passt zu sonnigen Tagen, ist leicht und sommerlich.“ Leicht, ja tatsächlich, stellt man erstaunt fest, denn knapp 20 Instrumente sind auf der Platte versammelt, zehn Musiker und zwei Duettpartner. Man würde eine enorme akustische Wucht erwarten, eine gewaltige Schwere, die auf den Hörer zurollt. Doch wie schon beim Debüt ist das Gegenteil der Fall. Missincats Musik ist an Minimalismus grenzender Pop, der seine hauptsächliche Kraft aus der Stimme der Sängerin zieht. „Alle Instrumente spielen so wenig wie möglich. Das ist mein Ideal: viele Klänge, aber auch immer viel freier Raum, der Platz für Atmosphäre lässt“, sagt Caterina. Schon oft wurde ihre Musik daher von Kritikern als „einfach“ beschrieben. Die gebürtige Mailänderin sieht das jedoch nicht negativ: „Einfach bedeutet für mich auch ehrlich. Ohne viel Rauch drum herum. Meine Musik ist greifbar und direkt. Vielleicht kommen manche Leute deshalb zu diesem Urteil. Aber oft sind es im Leben doch gerade die einfachen Dinge, die am schönsten sind.“

Text: Nadine Kleber

Foto: Zoe Vincenti

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