Konzerte & Party

Mittekill Record-Release-Party im Lovelite

Mittekill_by_Christoph_Mack„Ich möchte sagen, was sonst nicht ausgesprochen wird. Wenn ich eine textliche Lücke sehe, die im Pop noch nicht besetzt ist, fülle ich sie aus“, sagt Friedrich Greiling. Das ist ihm mit dem Mittekill-Song „Jetzt wird gefickt“ gut gelungen. Viele schrecken vor direkten Ansagen dieser Art zurück, weil sie befürchten, deswegen als ordinär oder plump beschimpft zu werden. Greiling aber macht es großartig. Mit Pianoakkorden und entspannten Techno-Beats geht es in Richtung „I Like Chopin“ von Gazebo. Auf eine Kompensations-Einkaufstour der Frau folgt dann ein Lockruf: „Schluss mit dem Gebummel, runter mit dem Fummel, jetzt wird gefickt.“ Greiling hat aber auch Beiträge aus dem ernsten Fach zu bieten. „Ich will eure Jobs nicht, bei euren Jobs kotz’ ich, es ist vielleicht protzig, doch ich will die Jobs nicht“, kräht er voller Abneigung. Darin steckt der klassische Zwiespalt des Künstlers: Soll man für seine Ideen kämpfen oder sich anpassen und damit vielleicht reich werden? Für Greiling stellt sich diese Frage derzeit nicht, weil er mit vier gleichzeitig laufenden Projekten eh gut ausgelastet ist. Elektronische Tracks produziert er unter dem Namen Freedarich, seine Indie-Band heißt Die Bäume und auch mit Pastor Leumund ist unter dem Titel Antibiotika etwas in der Mache. Zurzeit gilt seine Hauptaufmerksamkeit aber Mittekill und dem Material auf dem neuen Album „All But Bored, Weak And Old“. Es ist sehr vielschichtig ausgefallen: „Ich habe dieses Mal Songs mit Akustikgitarre reingenommen, weil das auch in mir drinsteckt. Ich kann nicht nur coole, schräge und tanzbare Sachen machen. Ich bin von meinen Eltern früher ans Piano gesetzt worden, das will jetzt wieder raus.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Christoph Mack

Mittekill Record-Release-Party Lovelite, Fr. 1.6., 22 Uhr, AK: 9 Euro

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