Konzerte & Party

Mittwoch: Holly Golightly im Festsaal Kreuzberg

Holly GolightlyAuch nach fast 20 Jahren im Musikbetrieb beantwortet Holly Golightly brav und mit Engelsgeduld immer wieder die ewig gleichen Fragen. Auf „Ist das wirklich Ihr richtiger Name?“ folgt in der Regel: „Haben Sie tatsächlich auf einem Hausboot gelebt?“ Ja, sie heißt wirklich so. Und ja, sie hat tatsächlich zwölf Jahre auf einem Boot im Südosten Englands gelebt. Dabei ist ihre musikalische Entwicklung von den Anfangs­tagen bei Thee Headcoatees bis heute sehr viel interessanter und Ms. Golightly sehr viel mehr als eine Art Pippi Langstrumpf des Garage-Punk. Häuslich eingerichtet hat sie sich eigentlich nie in diesem Genre; 60s-Pop, Soul und R&B drangen mehr und mehr an die Oberfläche, die Songs wurden stärker, die Produktion elaborierter. Doch kaum dachte man, dass die Musikerin mit ihrem elften Album „Slowly But Surely“ ihren definitiven Sound gefunden hätte, schlug sie vor zwei Jahren einen ganz anderen Weg ein. Nicht zurück in die Garage, sondern zurück dorthin, wo alles begann. Zusammen mit ihrem langjährigen Tourbassisten Lawyer Dave widmet sie sich seitdem unter dem Namen Holly Golightly & The Broke­offs der gemeinsamen Leidenschaft für frühen Blues, Folk und Gospel. „I’m fairly regressive in my tastes“, kommentiert sie diese Entwicklung. Einen Schritt, über den man sich nur freuen kann – die beiden daraus entstandenen Alben gehören zu dem Besten, was sie bis heute aufgenommen hat. Auf der Bühne dürften die Songs wie gewohnt noch etwas rasanter geraten.

Text: Timo Wiedenbrück

Holly Golightly, Festsaal Kreuzberg, Mi 6.5., 21 Uhr, VVK: 16 Euro

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