Konzerte & Party

Mittwoch im Admiralspalast: Porcupine Tree

Porcupine Tree

Momentan können Porcupine Tree oft das „Sold Out“-Schild an Konzert­sälen lesen. Eine Genugtuung für die Prog-Rocker um Bandkopf Steven Wilson, wo sie doch als Band gelten, die allein von ihren Fans groß gemacht wurde. Als „die größte Band, die keiner kennt“, pries ein Journalist ihren New Yorker Auftritt unlängst an. In der Tat berichteten wieder nur wenige Medien über ihr aktuelles, bereits zehntes Album „The Incident“. Das komplex inszenierte Werk, das nur aus einem einzigen, knapp einstündigen Track besteht und in „Movements“ unterteilt ist, kommt der Idealvorstellung nahe, die Wilson und Co. vom ­Albumformat haben. Es müsse als Erkundungsfahrt funktionieren, die ihre Zeit braucht und ihren Kontext. Im Falle von „The Incident“ kreisen Wilsons nachdenkliche Zeilen um sogenannte „Zwischenfälle“ – tödliche Unfälle und Extremsituationen, die in der täglichen Informationsflut keinem mehr nahe gehen. Eine Zivilisationskritik, mit der er sich in der Tradition sieht von Bands wie Radiohead oder Pink Floyd. Ähnlich komplex webt die Band ihre schwelenden Epen um Wilsons weiche Stimme, um Elektronikklänge, Gitarrensphären und plötzliche harsche Metalriffs. Auf der Bühne vollführen Porcupine Tree das mit stoischer Konzentration. Auch dies gehört zum Prog-Erbe.

Text: Ulrike Rechel

Porcupine Tree + Oceansize, Admiralspalast, Mi 6.10., 20 Uhr

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