Konzerte & Party

Im Frannz: Black Joe Lewis & The Honeybears

Black Joe Lewis & The HoneybeasWar James Brown neben all seiner Genialität nicht auch ganz schön peinlich? Mit seiner Hausfrauendauerwelle, der endlosen Sexmaschinenbeschwörung und der Feststellung, dass es zwar eine Männerwelt ist, aber was wäre sie ohne Frauen?! Ob sich Black Joe Lewis auch mal zu einem handfesten Macho entwickeln wird, ist noch nicht entschieden. Die Songs seines Debütalbums strotzen nur so von Power und Potenz, die Zunge mag er sich aber nicht verbrennen. Dabei ist er mit Abstand der kernigste unter den neuen Soulbrüdern, die angetreten sind, den neuen weiblichen Blitzkarrieren das Wasser zu reichen, dem Pop den real deal gegenüberzustellen. Der 27-Jährige stammt aus dem kleinen Örtchen Round Rock, nördlich von Austin, Texas. Gelangweilt von seiner Arbeit in einem Leihhaus, lehrte er sich die Gitarre zu spielen und stand wenig später einem Electric-Blues-Trio vor. Seine Blues­affinität konnte er so prächtig ausleben, aber ein Publikum fand er nicht. Also wurde die andere Seite der Medaille aktiviert: muskulöser Soul, Garagenrock und Funk. Sieben Mann stark sind The Honeybears und beleben mit ihren fetten Bläsersätzen und kreischenden Gitarren die Dringlichkeit einer Zeit wieder, in der Musik noch Barrikaden und Familienwerte stürmen wollte. Er singt von Alltag und Rassismus, von leeren Taschen und gefährlichen Frauen. Aber er tut es, als ginge es um alles. Lightnin’ Hopkins, The Stooges und Otis Redding heißen einige seiner Vorbilder, und die durchaus kritische alternative Rockcrowd von Austin feiert seine Shows, als hätte es James Brown oder Little Richard nie gegeben. Das ist brandneu und steinalt zugleich, macht Soul wieder zu einem emotionalen wie körperlichen Ereignis.

Text: Christine Heise

Black Joe Lewis & The Honeybears
, Frannz, Mi 29.7., 21 Uhr, VVK: 15 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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