Konzerte & Party

Japandroids im Magnet

Japandroids

Zuerst gab es schon Bedenken. Der Name Japandroids hört sich bemüht an, eine Duo-Besetzung hat es seit den White Stripes häufiger gegeben und im Februar 2010, zum Zeitpunkt ihres letzten im tip vorgestellten Berlin-Auftritts, profitierten Brian King und David Prowse auch von der Werbewirkung der Olympischen Spiele in ihrer Heimatstadt Vancouver. Das Debütalbum „Post-Nothing“ war gut und ließ bereits einen deutlichen Hang zum harten Indie-Rock der Prä-Nirvana-Ära erkennen. Für eine endgültige Meinung war es damals aber noch zu früh. Das sieht nach Erscheinen des zweiten Albums „Celebration Rock“ ganz anders aus. Drei Jahre haben sich King und Prowse dafür Zeit gelassen, was viel ist für eine Band, bei der es offenkundig nicht um Perfektion im Studio oder übermäßige Kopfarbeit geht. Dennoch haben sie sich so ihre Gedanken gemacht. „Wir wollten uns nach dem guten Zuspruch und der ersten Tour erst mal in Ruhe ordnen. Wenn man bloß halbe Sachen macht, funktioniert so eine Band nicht“, weiß King. Die Phase der inneren Einkehr hat ihm und Prowse geholfen. Japandroids hören sich jetzt wie Leute an, für die es um alles geht. Nichts ist zu spüren von der preziösen Art, die Indie-Bands oft zu eigen ist. Das Duo schreckt nicht vor dem hymnischen Drall von Guns’n’Roses zurück, der Haupteinfluss geht aber klar in Richtung Hüsker Dü und The Replacements. Deren generell sehr aufgewühlte Art auf der einen und das Bemühen um Melodien auf der anderen Seite bilden auch bei den Kanadiern ein spannendes Gegensatzpaar.

Text: Thomas Weiland

Japandroids, Magnet Club, Mi 29.8., 21 Uhr, VVK: 13 Euro zzgl. Gebühr

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