Konzerte & Party

Laura Marling in der Passionskirche

Laura Marling

Früher war sie jung und arrogant, heute ist sie gereift und kompromisslos und mehr als andere hat sich die in jeder Hinsicht lichtdurchflutete 23-jährige der Profession des Songwritings verschrieben. Mit irritierender Ernsthaftigkeit und von Mal zu Mal freier in der Form sind Songs ihr gefundenes Medium, in das sie alles hineinpackt. Ihr Vater, ein „Sir“ mit Recording Studio, brachte ihr schon früh Folk-Musik nahe, führte sie an jene Musikerin heran, die ihr am meisten zu bedeuten begann und mit der sie heute am häufigsten verglichen wird, Joni Mitchell. Und dabei hat sie es geschafft, nicht nur deren künstlerische Haltung anzunehmen, das tiefe Ausloten der Gefühle, das lyrisch Überraschende ebenso wie das bedingungslos Freie der Form, sich zugleich aber auch als eigene und eigenwillige Zweiflerin der Gegenwart zu entwickeln. Laura Marling hat erstaunlich schnell zu ihrer Identität gefunden. Sie war gerade erst 16 Jahre alt, als sie zum ersten Mal bei MySpace aufschlug, noch fest eingebunden in die Londoner Clique um Noah And The Whale und Mumford & Sons. Schnell wählte sie aber die Gruppenseligkeit ab zugunsten des konsequenten Einzelkämpferdaseins einer Songwriterin. Mittlerweile lebt sie in Los Angeles, nah den Fußspuren des Laurel Canyon, sehr kritische englische Kritiker machen bereits einen Akzentwechsel aus. Ihre Livepräsentation fährt sie konsequent herunter, kehrt immer mehr zurück zur nackten Königsdisziplin, Gitarre, Mikrofon, Songs. Licht aus, Spot an.

Text: Christine Heise

Foto: Universal Music

Laura Marling, ?Passionskirche, Mi 18.9., 20 Uhr, ?VVK: 23 Euro zzgl. Gebühr

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