Konzerte & Party

Midnight Juggernauts im Privatclub

Midnight Juggernauts

Den geraden Weg sind sie von Anfang an nicht gegangen. Wo sich andere Vertreter des Electro-Booms des Jahres 2007 auf das Mittel der Klanggewalt verließen, versuchten es Midnight Juggernauts auch mit Inhalten. Sie nannten ihr erstes Album „Dystopia“, stellten der irdischen Spezies eine düstere Zukunft in Aussicht und betrachteten ferne Galaxien als möglichen Ort des Neuanfangs. Für ihre Ideen konnten Vincent Vendetta, Andrew Szekeres und Daniel Stricker bisher aber nicht den verdienten Lohn einfahren. Mit dem neuen Album „Uncanny Valley“ hieven die Australier nun Verschrobenheit und Einfallsreichtum auf ein neues Level. Anstatt sich weiter mit Voraussagen aufzuhalten, vertiefen sie sich nun in die Forschung und Kunst der frühen Siebziger. Damals entdeckte man bei Menschen einen Kipppunkt in der Wahrnehmung von Robotern, das sogenannte „Phänomen des unheimlichen Tals“. Vorher als sympathisch empfundene Maschinenwesen erschienen auf einmal unheimlich, weil sie zu menschlich geworden waren. In dieser Zeit drehte Andrei Tarkowski auch seinen Science-Fiction-Streifen „Solaris“, der Midnight Juggernauts inspiriert hat. In ihrer Musik steckt eine Wärme, die sowohl den kosmischen Klang von Tangerine Dream als auch die romantischen Trips von Air enthält. Auch Vertreter anderer Künste wenden sich deshalb an Midnight Juggernauts. Zuletzt haben sie Kirin J Callinan und R&B-Sängerin Solange Knowles als Begleitband unterstützt.

Text: Thomas Weiland

Foto: emimusic.de

Midnight Juggernauts, Privatclub, Mi 17.7., 21 Uhr, VVK: 12 Euro zzgl. Gebühr

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