Konzerte & Party

„No Age“ im Berghain

No Age

Zwei Jahre ist es jetzt her, da gewannen Randy Randall und Dean Spunt von No Age einen Grammy für ihr Album „Nouns“ – nicht jedoch für die Musik, sondern fürs Design des 72 ­Seiten starken Booklets. Eingefleischte Fans waren erbost, schließlich ließ dieser Preis die eigentliche Kunst wie eine Nebensache wirken. Ganz anders ist die Bedeutung, die No Age mittlerweile für die Indie-Szene ihrer Heimatstadt Los Angeles haben. Mit ihrem Sound, der klare Anleihen beim dunstigen Klangbild von My Bloody Valentine macht, haben sich die beiden eine solide Fanbasis erspielt. Und obwohl das Duo nur Drums und Gitarre benutzt, vermag es mit diesen begrenzten Mitteln regelrechte Klangwände zu erzeugen, was nicht nur an ihrer Vorliebe für Verstärker aus den 40ern und 50ern liegt, sondern auch am geschickten Einsatz von Technik. Über ein Pedal kontrolliert Dean Spunt seine Gitarren-Akkorde und verzerrt diese so lange, bis daraus diesig-dicke Klangwolken entstehen. Auf jedem ihrer drei Alben ist auch eine Vorliebe für Sampler zu hören: Während nahezu jeder Probesession nehmen die beiden Klangfetzen auf, aus denen sie nachher ganze Stücke zusammenflicken. Mit „Everything in Between“ ist vergangenes Jahr ihr drittes Studio-Album erschienen und zeigt die beiden jetzt von ihrer zugänglicheren Seite mit überwiegend klaren Songstrukturen und dem typischen, unprätentiösen Gesang.

Text: Lucas Negroni

No Age, Berghain Panorama Bar, Mi 13.4., 22 Uhr, VVK: 15 Euro

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