Konzerte & Party

Moderat in der Columbiahalle

Moderat

Sascha Ring, besser bekannt als Apparat, und Gernot Bronsert und Sebastian Szary von Modeselektor haben sich jeder auf seine Art etabliert und sind nicht aufeinander angewiesen. Aber der Wunsch, aus der Routine auszubrechen, bringt sie immer wieder zusammen. Zum ersten Mal trafen sie sich bei der Produktion der EP „Auf Kosten der Gesundheit“, die 2003 erschienen ist. „Wir haben alle beim Post-Wende-Techno mitgemacht, der in Berlin nachts in allen möglichen stinkenden Kellern lief. Szary und ich kamen aus der DJ-Ecke und Sascha war der Nerd, der sich gut mit Software und Technik auskennt. Eines Tages wollten wir die unterschiedlichen Ansätze mal unkompliziert zusammenwerfen. Es hat so gut funktioniert, dass es zu weiteren Treffen kam“, erinnert sich Bronsert. Dabei ist durchaus ein Entwicklungsprozess zu erkennen. Das mittlerweile fünf Jahre alte Debütalbum von Moderat enthielt viel Patchwork. Es gastierten Reggae-Sänger Paul St. Hilaire, Frank Dellй von ?Seeed und HipHop-Exzentriker Busdriver, dazu stand vieles unter dem Einfluss des Dubstep. Bei den Aufnahmen zum zweiten Album lief es anders. „Wir hatten im Vorfeld klar verabredet, dass wir drei alles alleine machen. Das Arbeiten war intensiver und das Album hört sich deshalb homogener an.“ Bekanntester Titel ist die Single-Auskopplung „Bad Kingdom“, bei der man leicht an Radiohead denken kann. Zu sehr wollen Moderat aber nicht in eine bestimmte Richtung gehen. Im Gespräch mit der Band fällt mehrmals der Begriff der „Kotz-Grenze“. Man will es mit der Pop-Annäherung nicht übertreiben. „Wenn wir uns Veröffentlichungen anderer Künstler anhören, die sehr populär sind, wundern wir uns oft, wie einfach es sich manche Leute machen. Wir investieren da mehr Mühe. In den ersten Skizzen der Songs hört sich bei uns auch vieles klar und direkt an. Aber dann schrauben wir daran herum und verändern vieles“, betont Szary. Der Erfolg kann sich sehen lassen. Das Album „II“ schaffte es auf Anhieb in die Top Ten der deutschen Charts. Und der Live-Auftritt des letzten Jahres wird nun auch nachgeholt. Ring hat die Folgen eines Motorradunfalls zum Glück überstanden.

Text: Thomas Weiland

Foto: Olaf Heine

Moderat + Jon Hopkins, ?Columbiahalle, Di 25.2. u. Do 27.2., 21 Uhr, ausverkauft

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