Konzerte & Party

Mogwai im Tempodrom

Zuletzt machten Mogwai Eindruck mit ihrer unheimlich schwelenden Filmmusik für eine französische Zombie-Fernsehserie. „Les Revenants“ ging 2013 problemlos als vollwertiges Album der Glasgower Postrock-Pioniere durch. Deren weitgehend instrumentale Epen mit mal zentraler, mal dezenter Elektronik leben auch ohne Filmszenen von ihrer Bildkraft; auf den filmischen „Suspense“-Effekt – das Erwecken unguter Ahnungen – verstehen sich Mogwai wie Meisterregisseure. Nach dem Zombie-Film begaben sich die Schotten gleich wieder an die Arbeit für ihr achtes Studioalbum („Rave Tapes“). „Wir sind das so angegangen wie immer“, erinnert sich Tastenmann Barry Burns, der seit vier Jahren in Berlin lebt.
„Ich habe in meinem Kellerstudio in der Kurfürstenstraße an meinen Songs gearbeitet, und die Jungs in Glasgow an ihren, dabei haben wir fleißig MP3 hin- und hergetauscht. Der Arbeitsprozess wäre wohl nicht anders, wenn ich noch in Glasgow leben würde.“ Auf „Rave Tapes“ kommen organische und synthetische Elemente nicht ohne einander aus. Obskure analoge Synthesizer spielen in „Remurdered“ eine tragende Rolle. Woanders zeigen sich die Schotten von ihrer reduziertesten Seite wie im intimen Pianostück „Blues Hour“,durch das Stuart Braithwaites fragile Stimme führt. Eine Ausnahme, wie der Gitarrist und Freizeit-Skater betont. Freunde von Songtexten werden Mogwai in diesem Leben wohl nicht mehr. Ihren nächsten Auftrag für Filmmusik haben sie dagegen schon angenommen.   

Text: Ulrike Rechel

Mogwai, Tempodrom, Do 6.2., 20 Uhr, ?VVK: 30 Euro zzgl. Gebühr

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