Konzerte & Party

The Monochrome Set im Monarch

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Es ist nun wirklich ausgiebig über die Bands des Post-Punk der späten Siebziger und frühen Achtziger gesprochen worden. Aber kaum jemand hat The Monochrome Set erwähnt. Das ist ein Unding, wenn man bedenkt, wie clever, eigensinnig und skurril diese Musiker aus dem Norden Londons immer waren. Ihre Inspiration reichte weit über das Königreich hinaus. Der Titel der Single „Eine Symphonie des Grauens“ spielte auf den deutschen Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“ an, andere Songs aus den frühen Jahren heißen „The Puerto Rican Fence Climber“ oder „Ici Les Enfants“.

Sänger Ganesh Seshadri alias Bid entstammt einer aristokratischen indischen Familie und kann sich entsprechend gut ausdrücken. Gitarrist Lester Square hat sich nach einem zentralen Platz in London benannt, obwohl er Kanadier ist. Musikalisch pendelte man angeregt zwischen ursprünglichem Rock ’n’ Roll, Psychedelia, Duane-Eddy-Twang, Film-Soundtrack-Sound und einem Pop, der meistens sehr schrullig war, aber auch politisch („Jet Set Junta“) oder ausgelassen („The Ruling Class“) sein konnte. Trotz ihrer Außenseiterstellung hatten The Monochrome Set stets auch Fürsprecher. Von Morrissey und Marr etwa weiß man, dass sie sich vor Gründung der Smiths gegenseitig Singles der Kollegen aus der Hauptstadt vorgespielt hatten.

Aufgelöst haben sich The Monochrome Set zwei Mal, aber sie sind dann auch zwei Mal wieder zusammengekommen. Nach ihrer jüngsten Reunion im Jahr 2011 haben sie die Longplayer „Platinum Coils“ und „Super Plastic City“ veröffentlicht. Und was soll man sagen? In dieser Band steckt immer noch eine Originalität, um die man sie nur beneiden kann.

Text: Thomas Weiland

Foto: Steve Brummell

The Monochrome Set Monarch, Mo 17.3., 21 Uhr, VVK 12 Ђ + Gebühr

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