Konzerte & Party

Monster Bash auf dem Columbiagelände

Rise Against

Punk ist nicht totzukriegen. Wie auch? Die Gegenwart, gezeichnet von gesellschaftlichen Mega-Krisen, bietet schließlich genügend Anlass für Rebellion – selbst für eine so altgediente Band wie Pennywise. „Wir gehen durch unruhige Zeiten, kämpfen uns durch dieses sogenannte Leben“, singen die Kalifornier auf ihrem aktuellen Album „All Or Nothing“ (siehe unten). „Der Schmerz hat zu lang gedauert, schwarz ist der Himmel, angefüllt mit Zorn. Doch wir machen weiter und werden das Falsche berichtigen.“ Das klingt anmaßend. Aber das war Punk ja schon immer. Oder vielmehr: Das musste er immer sein, um seiner Funktion als Ventil für ohnmächtige Wut sowie als Projektionsfläche für die Utopie einer gerechten Welt zu entsprechen. Musikalisch hat er sich freilich derart ausdifferenziert, dass es schon ein großes Festival braucht, um zumindest einen Ausschnitt der bestehenden Spielarten zu skizzieren. So wie die zweitägige Monster Bash: Für die dritte Auflage haben die Veranstalter neben den erwähnten Veteranen von Pennywise auch Bands wie Rise Against (Foto) eingeladen. Das Quartett aus Chicago sagt von sich selbst, Hardcore-Legenden wie Minor Threat und Black Flag nachzueifern. Inzwischen hat sich die Band aber selbst zur integren Referenzgröße aufgeschwungen, deren Status sich nicht nur in dem Überhit „Satellite“ aus dem Jahr 2011, sondern auch dem Einsatz für Tierrechte begründet. Die ebenfalls verpflichteten Madrilenen von Ska-P wiederum erfreuen sich dank einer schweißtreibenden Mixtur aus schnellen Gitarren, zappligen Bläsersätzen und anti-kapitalistischer Attitüde einer großen Beliebtheit. Punk, so zeigt sich hier, dient eben auch als Medium der Völkerverständigung. Folgerichtig wird das Line-up durch Künstler aus Großbritannien, den Niederlanden und Schweden komplettiert. Als deutsche Vertreter gehen Radio Havanna aus Berlin an den Start sowie die Kölner von Kmpfsprt, in deren Song „Affengeld“ es heißt: „Dieser Sommer ist ausgeleiert, und diese Party ist ausgefeiert und ausgewaschen, so wie all das Geld in deinen Taschen, es ist niemals genug.“
Doch bei aller Kritik am Materialismus: Letztlich sieht sich auch ein Punk-Event wie die Monster Bash mit wirtschaftlichen Realitäten konfrontiert. So erwies sich der ursprünglich geplante Veranstaltungsort auf dem Maifeld als überambitioniert und wurde gegen das bewährte Gelände am Columbiadamm getauscht.

Text: Roy Fabian

Foto: Rise Against / Evan Hunt

Monster Bash 2013 mit Rise Against, Ska-P, Pennywise u.a., Columbiahalle + C-Club, Sa 27.4., 15 Uhr + So, 28.4., 14.15 Uhr,
VVK: 80,70 Euro (2-Tagesticket) / 43,70 Euro Tagestickets zzgl. Gebühr

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