Konzerte & Party

Monster Magnet im Huxleys

Monster Magnet

Es gab eine Zeit, da war Dave Wyndorf einer der größten Rockstars des Planeten. Zumindest hatte es ganz den Anschein, dass er selbst das so sah. Im Jahr 2000 etwa ließ der Monster-Magnet-Chef auf der berühmt-berüchtigten Co-Headliner-Tour mit den Queens of the Stone Age keinen Fettnapf aus und entfachte ein Klischeegewitter aus Flammen, steinerweichenden Posen und Stripperinnen. Angesichts der zugleich blutarmen musikalischen Darbietungen waren die Reaktionen durchwachsen.
Anfang der Neunziger noch hatte das Quintett aus New Jersey mit verdrogten Großtaten wie „Spine of God“ und „Dopes to Infinity“ maßgeblich dabei geholfen, Stoner Rock zu definieren, bevor es von der Über-Single „Space Lord“ aus „Powertrip“ an die Fleischtöpfe des Rock ’n’ Roll katapultiert wurde. Zumindest eine Zeit lang, denn was folgte, waren neben besagten Eskapaden anhaltende Turbulenzen im Band-Line-up, ein verlorener Major-Vertrag sowie eher mediokre Alben. Mehr als ein Jahrzehnt später ist Wyndorf, inzwischen 57, noch immer mit seinen Magneten unterwegs. Und er bereut nichts. „Das ganze Lederhosen-Stadion-Rock-Ding war ein großer Spaß“, erinnerte er sich kürzlich an die Zeiten der überdrehten Bühnenfeuerwerke. Seinem Legendenstatus unter den Fans des Genres haben sie ohnehin wenig anhaben können – nicht zuletzt, weil sich Wyndorf nach einer Überdosis Schlafmittel sowie Übergewichtsproblemen nicht nur körperlich, sondern auch kreativ berappelt hat: Auf „Last Patrol“, dem aktuellen Album, etwa besinnen sich Monster Magnet wieder auf ihre psychedelischen Anfänge, fokussiert und ausufernd zugleich.

Text: Roy Fabian

Foto: Joseph Culsic

Monster Magnet + Church Of Misery, ?Huxleys, Mo 27.1., 20 Uhr, VVK: 28 Euro zzgl.?Gebühr

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