Konzerte & Party

Catherine Ringer in der Kulturbrauerei

Catherine Ringer

Als Catherine Ringer kürzlich Konzerte in französischen Clubs gab, stand ein schmaler Mann mit grazilen Gesichtszügen an der E-Gitarre. Es war Raoul Chichin, der die Auftritte seiner Mutter an der Position begleitet, an der vorher sein Vater nicht wegzudenken war: Fred Chichin. Vier Jahre ist es her, seit der Songschreiber an einer Krebserkrankung starb; mitten in der Tournee mit Les Rita Mitsouko, seiner Band mit Catherine, die dank exzentrischer 80er-Hits wie „Marcia Baila“ und „C’est comme ça“ weltweit Fans hat. Die Zeit danach erlebte die Sängerin mit der theatralischen Bluesstimme als Trauerphase, in der es ihr regelrecht die Stimme verschlug. Ihr Keyboarder Mark Kerr schaffte es schließlich, Ringer ins Studio zu locken und sie zum Songschreiben zu ermuntern: ihren ersten komplett selbst geschriebenen überhaupt – nach 30 Jahren als Muse und Interpretin der Stücke von Fred Chichin. „Ring ’n’ Roll“ heißt das Ergebnis, das aus einer weiten Palette an Stilen und Stimmungen schöpft, darunter dunklen wie in „Pardon“ mit seinen gelassen fließenden Gitarren und dem gedimmten Grundton. Zum Glück hat die 53-Jährige ihren Sinn fürs leicht Verrückte wieder entdeckt: Für ein paar besonders basslastige Tanznummern hat sie eigens Wu-Tang-Clan-Maestro RZA engagiert. Ernst und zart mutet schließlich das ariose „Mahler“ an, eine Liebes-Ode an Fred. Während der Konzerte, so liest man, herrschte dabei „kathedralenhafte Stille“.

Text: Ulrike Rechel

Catherine Ringer, Kulturbrauerei, Mo 24.10., 20 Uhr, VVK: 26 Euro

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