Konzerte & Party

Montmorensy im Hexenkessel Hoftheater

MontmorensyVon der Weddinger Lesebühne „Laine Art“ ins Spiegelzelt der Bar jeder Vernunft: der Karrieresprung, den der ursprünglich aus­tralische Komponist Paul Hankinson innerhalb eines Jahres vollbracht hat, ist beachtlich. Doch für alle Zeugen der ersten Shows, die der 33-Jährige allein am Piano oder schon mit seinem vierköpfigen Montmorensy Orches­tra präsentierte, keine unerwartete Entwicklung. Mit einer gefühlvollen Stimme, die sowohl an Car­penters-Komponist Paul Williams  als auch an Louis Philippe und Duke Special denken lässt, singt Hankinson über tragische Ereignisse im Weltall, die Nöte vergesslicher Goldfische oder den verzweifelten Versuch, Daniel Brühls E-Mail-Adresse zu kombinieren. Dass hierbei – wie ja auch bei Scott Matthew oder Rufus Wainwright – Hörer jeglicher sexuellen Präferenz lachen und empathische Gefühle entwickeln können, zeichnet den Humor und die melodische Raffinesse der Montmorensy-Balladen aus, bei denen auch einige Satie- und Musical-Referenzen mit eingeflossen sind. Paul Hankinson, der unter eigenem Namen bereits ein Album mit Arvo-Pärt-inspirierten Instrumentals veröffentlichte, zeigte bisher keine Eile, seine Berliner Barockpop-Perlen auf Tonträger zu bannen. Vielmehr setzt er auf die Faszination des flüchtigen Konzertereignisses, so wie es vor der Erfindung der Schallplatte jedem Musikliebhaber beschieden war. Dafür ist sein Programm „Writ In Water“ dieses Jahr noch mindestens vier Mal in Berlin zu bestaunen. Beim Montagskonzert im Amphitheater – selbst bei Nieselregen.

Text: Markus von Schwerin

Foto: Paul Hankinson
 
Montmorensy & The Montmorensy Orchestra, Hexenkessel Hoftheater, Amphitheater, Mo 17.8., 20 Uhr, VVK: 7 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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