Konzerte & Party

Mother Tongue im Magnet Club

Mother Tongue

New Wave, Disco, Grunge: Kaum ein Genre, das nicht irgendwann wieder groß rauskommt. Bloß der Funkmetal – eine Spielart, die einst die Red Hot Chili Peppers und Suicidal Tendencies massentauglich machten – harrt seiner Wiederentdeckung. So lang aber keine junge Gitarren-Generation das Revival einläutet, gibt es alte Hasen wie Mother Tongue. Die Kalifornier halten das Metier um quirlige Wah-Wah-Gitarren, ­athletische Grooves und teils melodische, teils gerappte Texte am Leben. Dieses Jahr feiert das L.A.-Quartett um David „Davo“ Gould sein zwanzigstes Bandjubiläum: eine lange Wegstrecke, die die Truppe fernab der Charts zurückgelegt hat. Dass der Band dennoch eine stattliche Karriere geglückt ist, liegt im Wesentlichen an 56 Minuten Musik: Die füllen das Debütalbum von 1994, eine genredefinierende Scheibe. Wie viele andere aber gerieten Mother Tongue nach kurzem Aufstieg in Rockstar-Sphären in die Mühlen des Majorlabel-Tagesgeschäfts. Gould und Co. rappelten sich wieder auf, fanden nach einer längeren Pause glühenden Fan-Support, im Berliner Indielabel Noisolution zudem treue Mitstreiter. Hier erschienen auch die beiden Nachfolger des frühen Klassikers. Zuletzt veröffentlichte man die grundsolide Blues-Funk-Platte „Follow The Trail“ selbst. In Zeiten, in denen selbst Madonna ihre CDs als Dreingabe zum Konzertbusiness auffasst, scheinen Mother Tongue – seit jeher Arbeitstiere im Live-Metier – fast schon wieder ihrer Zeit voraus. Auf der Bühne zeichnen sie sich immer noch durch sprudelnde Energie und instrumentale Könnerschaft aus: Trümpfe, die sich auch in 20 Jahren garantiert nicht raubkopieren lassen.

Text: Ulrike Rechel

Mother Tongue, Magnet, Fr 27.8., 20 Uhr, VVK: 19 Euro

 

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