Konzerte & Party

Motörhead im Velodrom

Motörhead

Zwischen Lemmy Kilmister und Journalisten hat sich im Lauf der Zeit eine besondere Zuneigung entwickelt. Schließlich versprechen Begegnungen mit dem Meister des Schnellfeuer-Bluespunk Win-win-Situationen: Der Motörhead-Chef darf ungestört über Gott, Tod, Whisky-Cola und Moralfragen sinnieren, die Schreiber freuen sich über griffige Sprüche. Als der 66-Jährige sich unlängst etwa zur US-Präsidentenwahl äußerte, machte seine rustikale Respektbekundung für Obama schnell die Runde: „A poor fucker“ sei der Präsident, für dessen bisherigen Job man ihm gefälligst dankbar sein solle. Abgesehen von seinen überraschenden Interviews aber steht der Mann für Konstanz an der Grenze zur religiösen Gesetzmäßigkeit. Den meisten Motörhead-Fans gilt der Backenbartträger, der der Welt Adrenalin-Hymnen bescherte wie „Ace of Spades“, „Overkill“ oder „Damage Case“, folglich als gottgleich. Doch mit Schmeicheleien hat Lemmy erwartungsgemäß wenig am Cowboyhut. „Wäre ich Gott, dann bräuchte ich mich morgens nicht zu rasieren“, sagt er dann oder: „Ich habe Diabetes, Gott nicht.“ Abgesehen von den Blutzuckerwerten geht es Ian „Lemmy“ Kilmister aber erfreulich gut. Das 21. Album, nach dem erfolgreichen „The Wörld Is Yours“ von 2010, soll im Januar eingespielt werden. Fast fertig ist auch das Solodebüt des Shouters. Doch zunächst steht traditionsgemäß die Adventstour des Trios an. Ein heiliges Ritual, das in Berlin bereits zwei Mal in eine größere Halle verlegt wurde.

Text: Ulrike Rechel

Motörhead + Anthrax + Diaries Of A Hero, Velodrom, Mi 5.12., 19 Uhr, VVK: 35 Euro zzgl. Gebühr

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