Konzerte & Party

Mouse on Mars im HAU

Mouse On Mars

Mittlerweile haben sich Jan St. Werner und Andi Toma in Berlin gut eingelebt. Die aus Köln und Düsseldorf stammenden Mitglieder von Mouse on Mars sind seit sechs beziehungsweise vier Jahren in der Stadt und arbeiten seitdem unaufhörlich in ihrem Studio im Funkhaus Nalepastraße.

An diesem Neubeginn führte kein Weg vorbei. „Viele Leute, mit denen wir regelmäßig zu tun hatten, waren nach Berlin gezogen. Unser Management, unser Agent, unser Freundeskreis.

Da dachten wir uns, dass wir auch umziehen sollten, weil sich dadurch Wege verkürzen. Außerdem haben wir hier mehr als in jeder anderen Stadt live gespielt. Als Ben de Biel noch die Maria gemacht hat, waren wir fast schon die Geburtstagsband“, erzählt St. Werner.

Kurz vor dem Umzug war das Duo an einem anderen entscheidenden Wendepunkt angelangt. Ab Mitte der Nullerjahre konnten Mouse on Mars nicht mehr wie gewohnt im regelmäßigen Turnus neue Alben veröffentlichen und auf Tournee gehen. Die Musikindustrie hatte kein Geld mehr für elektronische Bands mit Eigenleben. Neue Standbeine mussten her. St. Werner war zwischen 2005 und 2007 künstlerischer Leiter im Steim, einem Institut für elektronische Musik in Amsterdam.

Zusammen machten sie mit Mark E. Smith von The Fall ein Album unter dem Namen Von Südenfed. Außerdem mussten sie lernen, wie man vollständig digital produziert. Auch auf dem Gebiet der Entwicklung von Tools wurden sie aktiv. Ihre iPhone-App „WretchUp“ funktioniert wie ein Instrument, mit dem man Klänge manipulieren und zerstören kann. Zudem arbeiten sie an einer weiteren App, die es dem Benutzer erlaubt, auf dem iPad Sound zu „zeichnen“.

„Wir sind jetzt mehr als in den 90ern ausgelastet. Damals hatten wir längere Ruhephasen. Jetzt ist alles harter Schichtalltag.“

Langsam nimmt die Arbeit mit Mouse on Mars wieder mehr Raum ein. Für das von Modeselektor betriebene Label Monkeytown haben St. Werner und Toma in den beiden Vorjahren je ein Album veröffentlicht. Jetzt folgt die Doppel-CD „21 Again“, auf der man mit bekannten Künstlern aus der experimentellen und elektronischen Musik zusammenarbeitet, unter anderem mit Tortoise, Atom TM, Lжtitia Sadier, Matthew Herbert, Candie Hank und Tyondai Braxton.

Viele von ihnen werden bei einem zweitägigen Jubiläumsfestival zu hören und zu sehen sein. „Letztlich entspricht auch diese Veranstaltung einer alten Neigung dieser Band: Sie ist eine Übung, an der sich ablesen lässt, wie weit wir mit Mouse on Mars gehen können.“

Text: Thomas Weiland

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