Konzerte & Party

Mr. Carmack im Gretchen

Mr. Carmack

Wenn man sich mit dem Werk von Aaron Carmack auseinandersetzt, muss man sich auch mit dem Begriff Trap Music beschäftigen. Diese Richtung gibt es schon seit den späten Neunzigern, aber richtig relevant wurde sie erst in den letzten Jahren. Wichtige Grundelemente sind ins Stolpern gebrachte HipHop-Beats, eine klappernde 808-Drummaschine von Roland, breitgezogene Synthesizer-Flächen aus dem Südstaaten-Rap, Tempo und Bassschläge aus dem Dubstep und allerlei manipulierte Stimmen und piepsende Geräusche. Carmack nutzt das alles, aber noch viel mehr. In „Birth Control“ entdeckt man Spuren aus Snoops „Drop It Like It’s Hot“. Auf seinem Album „Dimebag“ erkennt man Verweise auf jazzigen TripHop. An der jüngst veröffentlichten EP „Exodus“ gefällt ein Harmoniegefühl, das an europäische Produktionen erinnert. Eigentlich müsste das alles landläufig bekannt sein, aber noch hält sich das Interesse in Grenzen. Diplo hat Carmack-Stücke auf dem Label Mad Decent veröffentlicht, er ist damit der bekannteste Helfer für den in Hawaii lebenden Kollegen. Das ist natürlich ein bisschen wenig. „Ich bin andauernd unterernährt, habe kaum Sex und schlafe zu wenig. Das nervt gewaltig und muss sich ändern“, hat er unlängst in einem Fan-Chat geklagt. Wenn Carmack weiter hart an sich arbeitet, werden die Ladys, der Urlaub und der Durchbruch kommen, keine Frage.

Text: Thomas Weiland

Foto: Renee Stamatis

Mr. Carmack, Gretchen, Obentrautstraße 19-21, Kreuzberg, ?Sa 28.2., 23.30 Uhr, ?AK: 8 Euro vor Mitternacht, danach 12 Euro

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